Was ist unser Anliegen?
Das Programm „Schulerfolg sichern!“ geht davon aus, daß die Lebensverläufe von Menschen in Deutschland durch ihre schulische Entwicklung entscheidend mitbestimmt werden. Ob in privater oder öffentlicher Hinsicht, die Lebensverläufe sind durch schulische Einschätzungen geprägt, und sei es in Form einer nachträglichen Reibung daran. Man ist aufgrund dessen entschlossen, die Zahl der Übergänge zu höheren Schulformen und mithin auch die Zahl der Übergänge vom schulischen in das berufliche Leben in Sachsen-Anhalt signifikant zu erhöhen. Die Zahl der Jahrgangswiederholungen soll bis zum Jahre 2013 landesweit und schulformübergreifend halbiert und die Quote der Schüler ohne einen Sekundarschulabschluß bis dahin gemäß europäischer Vorgaben auf 8,6 % gesenkt werden. Vor allem die letzte Zielvorgabe, die Senkung der Schulabbrecherquote, rückt deutlich Schüler im unteren Lernleistungsspektrum in den Blickpunkt, das Programm verfolgt somit in erster Linie ein integratives Anliegen und richtet sich hauptsächlich an Schüler, denen droht, von Anfang an vom erwerbstätigen Leben ausgeschlossen zu werden.
Erreichen möchte man diese Ziele durch sozialpädagogische Impulse und Hilfen für alle Schulen im Land, die einen Bedarf anmelden. Gefördert werden
- Einstellungen von Schulsozialpädagogen
- Bildungsbezogene Angebote zur Vermeidung von Schulversagen
- Regionale Netzwerke gegen Schulversagen
- Eine zentrale Koordinierungsstelle zur überregionalen Organisation, Unterstützung und Qualifizierung der pädagogischen Arbeit
Mit der breiten Einbindung von freien Trägern der Jugendhilfe in Schulentwicklungsprozesse liegt das Augenmerk auf der Hilfsbedürftigkeit von Schülern sowie der Abhängigkeit ihrer schulischen Lernleistungen von außerunterrichtlichen Schwierigkeiten. Um den Schülern zumindest minimale schulische Erfolge zu ermöglichen, setzt man angesichts von zunehmender Schulverweigerung und Schulmüdigkeit auf die Entwicklung von Lernvoraussetzungen, vor allem ist man darum bemüht, einer resignierten Lern- und Lebenseinstellungen unter Schülern vorzubeugen oder zu begegnen, etwa durch die Verbesserung der sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen von Schulen.
Die sozialpädagogischen und eher punktuellen Innovationen sollen indessen tendenziell mit schulpädagogischen und eher strukturellen Entwicklungen verknüpft werden. Im Sinne einer nachhaltigen Integration von Schülern will man nicht allein bestimmte Schüler, sondern überdies auch schulische Praxis und Politik positiv beeinflussen. Diese schulstrukturellen Innovationen anzuregen und zu unterstützen ist maßgeblich auch Aufgabe der regionalen Netzwerkstellen.



