unterstützt und gefördert durch:

Schulabsentismus verstehen, gemeinsam handeln

Ricking Schulabsentismus Magdeburg
Foto: © DKJS

Die Auseinandersetzung mit Schulabsentismus ist eine unabdingbare Voraussetzung, um Bildungserfolg für Kinder und Jugendliche zu sichern. Wer gern zur Schule geht, findet sich leichter und langfristig im Unterrichtsalltag zurecht. Um dies für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt zu ermöglichen, kamen am 21. März 2019 in Magdeburg Fachkräfte aus Schule, Jugendhilfe, Verwaltung und Polizei zusammen.
Im Rahmen der Veranstaltung tauschten sich über 80 Teilnehmende aus 11 Landkreisen und 3 kreisfreien Städte zu Formen und Ursachen von Schulabsentismus sowie pädagogischen Interventionsmöglichkeiten aus.

„Hinter dem leeren Platz im Klassenzimmer stecken oft unglaublich viele Faktoren“

Zu diesem Schluss kommt Prof. Dr. Heinrich Ricking von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der – mit einem Vortrag im ersten Veranstaltungsteil – Schulabsentismus als komplexes Phänomen umriss, das durch zahlreiche individuelle aber auch strukturelle Faktoren bestimmt wird. So können für Kinder und Jugendliche etwa Versagens- oder Trennungsängste genauso eine Rolle spielen wie Hilfsbedürftigkeit der Eltern. Im Zentrum von Rickings Vortrag standen sowohl die Vorstellung der vielfältigen Problemstellungen als auch die Potenziale zur Lösung. Ricking betonte in diesem Zusammenhang, dass der Erfolg bei der Bekämpfung von Schulabsentismus wesentlich vom frühzeitigen Erkennen der Hinderungsgründe bei Kindern und Jugendlichen bestimmt wird. Ebenso ist kontinuierliche Kooperation aller beteiligten Akteure eine wichtige Voraussetzung, um Schulabsentismus zu verhindern.

Alle in einem Boot

Die Vernetzung und Kooperation sollten vor allem im zweiten Teil der Veranstaltung gefördert werden, in dem es für die Teilnehmenden darum ging, in regionalen Arbeitsgruppen die Situation im jeweiligen Landkreis/kreisfreien Stadt zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Darauf basierend trafen die jeweiligen Gruppen konkrete Verabredungen, wie sie ihre künftige Zusammenarbeit strukturieren und weiter voranbringen wollen. Um den überregionalen Austausch zu fördern, wurden die Ergebnisse im Folgenden wechselseitig dem gesamten Plenum vorgestellt. Denn – darüber waren sich alle Teilnehmenden einig – Schulabsentismus ist eine landesweite Herausforderung, die alle angeht und der nur durch gemeinsame, überregionale und institutionsübergreifende Kooperation begegnet werden kann.

Abschließend möchten wir auf den 15. Mai 2019 hinweisen, an dem unser Fachtag Eigentlich möchte ich dazugehören… stattfindet. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir Hintergründe und Ursachen von Schulabsentismus betrachten. Dazu laden wir Sie herzlich von 09:00 bis 15:00 Uhr in das INNO-Life nach Schönebeck ein.  
Pädagogische Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe zeigen Ihnen in unterschiedlichen Formaten, wie Kinder und Jugendliche für Schule neu motiviert werden und Eltern diese Prozesse unterstützen können. Tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen über Strategien und Instrumente zu alternativen Beschulungsmöglichkeiten aus.

Nähere Informationen und die Einladung mit Möglichkeit zur Anmeldung folgen in Kürze.

Wir freuen uns auf Sie.