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Ansichten und Einsichten

Portrait einer jungen Frau, die den Kopf in eine Hand stützt und geradeaus in die Kamera blickt
Foto: Engin_Akyurt/pixabay.com/CC0

Mit dem Fortlauf der Corona-Pandemie vergrößert sich auch die Zahl der Studien, die sich mit dem Befinden und dem Alltag von Jugendlichen während dieser Zeit auseinandersetzen. Nun, im März 2021, wird die Studie „Das Leben von jungen Menschen in der Corona-Pandemie Erfahrungen, Sorgen, Bedarfe“ vorgestellt, die neue Einblicke gewähren soll. Ausgehend von Online-Befragungen der Goethe-Universität Frankfurt sowie Stiftung Universität Hildesheim aus dem April und November 2020, erfolgte nun in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung eine erweiterte und vertiefte Auswertung der Ergebnisse. Insgesamt haben an den beiden Befragungen 12.500 junge Menschen in Deutschland teilgenommen.

Zukunftsängste, Vereinsamung
Die Corona-Pandemie stellt die Menschen vor große Herausforderungen. Jugendliche bilden dabei keine Ausnahme, z.B. wenn es um die Auswirkungen von Home Schooling und Kontaktbeschränkungen geht. So geben 61 Prozent der Befragten an, sich teilweise oder dauerhaft einsam zu fühlen. Als eine Folge der veränderten Lebenssituation stimmen weiterhin 64 Prozent zum Teil oder voll zu, psychisch belastet zu sein. Teil dieser psychischen Belastung sind Zukunftsängste von denen 69 Prozent angaben – und sei es nur teilweise –, davon betroffen zu sein.

Vor dem Hintergrund der bestehenden Problemlage fällt dabei besonders auf, dass zwei Drittel (65 Prozent) der befragten jungen Menschen angaben, Aufmerksamkeit und Unterstützung für sich und ihre Belange zu vermissen. Hier verzeichnet die Studie auch eine Verschärfung, denn im Rahmen der ersten Befragung vom April und Mai 2020, lag dieser Wert noch bei 45 Prozent, was ebenfalls schon auffällig hoch war.

Eindimensionale Sichtweise und geringes Zutrauen in Politik
Parallel zur fehlenden Aufmerksamkeit für sich, monieren die befragten jungen Menschen auch ihre Rolle im öffentlichen Diskurs. Vielfach sehen sie sich in der Pandemie auf Rollen als Schüler:innen, Auszubildende oder Studierende reduziert. Der Umstand, dass auch sie in der Pandemie auf Vieles verzichten müssen – allen voran Kontakte zu Freund:innen und Gleichaltrigen sowie Freizeitaktivitäten – wird ihrer Meinung nach kaum thematisiert oder anerkannt.

Dass die Politik hier zu einer Besserung beiträgt oder beitragen könnte, wird überwiegend mit Skepsis betrachtet. So sind 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Situation der Jugendlichen für Politiker:innen nicht wichtig sei. Fast genauso viele (57,5 Prozent) junge Menschen gehen gar nicht erst davon aus, dass sie ihre Ideen in die Politik einbringen können.

Weitere Informationen sowie die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier.