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#hingucker – Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona

Bild: DKJS/Sandra Bach
Bild: DKJS/Sandra Bach

Kinder und Jugendliche benötigen in Zeiten der Kontaktbeschränkungen und Schulschließung ein offenes Ohr. Treten Zuhause Konflikte auf, kann es helfen mit einem Menschen zu sprechen, der nicht zur Familie gehört. Sorgen loswerden, über Frust reden, Mut zugesprochen bekommen - das alles kann dazu beitragen, dass Stress sowie Ängste abgebaut werden. Lisa Suckel möchte genau das bieten: Ein offenes Ohr sowie Tipps zum Homeschooling und gegen Langeweile. Als Schulsozialarbeiterin ist Lisa Suckel für den Träger Internationaler Bund IB Mitte gGmbH für Bildung und soziale Dienste an der Förderschule J.H.Pestalozzi in Staßfurt tätig. Sie gewährt uns einen Einblick in ihren derzeitigen beruflichen Alltag. Die Schulsozialarbeiterin erzählt uns, wie sie trotz der geschlossenen Schulen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern ihrer Schule hält.

Können Sie kurz beschreiben, wie sich ihre Arbeit während der Schulschließung verändert hat? Welche Tätigkeiten gehören jetzt zum Arbeitsalltag dazu?
Meine Arbeit hat sich in dieser Zeit genauso geändert wie der Alltag aller. Persönliche Kontakte sind leider kaum noch möglich und Kommunikation findet fast ausschließlich per Telefon statt. In dieser Zeit bin ich daher auch ständig in Begleitung meines Diensthandys und checke oft meine Mails und meine Schulsozialarbeit-Seite auf Facebook.

Wie sind Sie mit Kindern, Jugendlichen und Sorgeberechtigten in Kontakt?
Hauptsächlich telefonisch. Zwar aktualisiere ich täglich meine Facebookseite und lade dort etwas hoch, aber Gespräche finden doch hauptsächlich telefonisch statt. Der Kontakt besteht daher via Telefon eher zu Sorgeberechtigten und zu anderen Helfersystemen. Die größeren Kids lassen dann doch mal eher ein "Like" auf der Facebookseite da.

Welche Ziele verfolgen sie mit der Facebook-Seite?
Mein Hauptziel ist es, für Kinder und Jugendliche und ihre Familien da zu sein. Dadurch, dass ich täglich etwas poste bleibe ich als Ansprechpartnerin präsent.

Welche Inhalte und Themen teilen Sie auf der Facebook-Seite und warum?
Ich versuche die Inhalte so abwechslungsreich wie möglich zu halten. Einige Posts orientieren sich an meinen Projekten, die ich ähnlich auch auf meiner Arbeit durchführe. Zum Beispiel Phantasiereisen, Basteltipps, Sportübungen, eine App-Empfehlung: Naturblick. So versuche ich den Bezug zur Schule und zu mir als Ansprechperson für die Schülerinnen und Schüler zu erhalten. Andere Posts sind rein informativ, wie beispielsweise eine Verlinkung der Sendung mit der Maus (Fragen rund um Corona), die KiKA- Seite sowie wichtige Telefonnummern für Familien bei Fragen und Krisen. Gestern teilte ich die Facebookseite des Projektes "Sensorische Welt" aus Halle. Dort waren wir schon mehrfach mit unseren Schülerinnen und Schülern. Ich finde es sehr wichtig, auch andere bildungsbezogene Projekte in diesen Zeiten zu unterstützen.

Wie sind die Rückmeldungen und das Feedback der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler?
Gut. Ich weiß von einigen Kolleginnen, die meine Posts täglich verfolgen und auch teilweise ausprobieren. Ansonsten bin ich sehr überrascht über die große Reichweite der Posts. Viele Inhalte werden von den Schülerinnen und Schülern oder deren Sorgeberechtigten gelikt oder geteilt. Die Posts erreichen dadurch automatisch Kids, die meine Schulsozialarbeit-Seite auf Facebook bisher noch nicht besucht haben.

Was benötigen Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen für Unterstützung?
Vor allem ein offenes Ohr. Vielen Schülerinnen und Schülern und Sorgeberechtigen hilft es schon, wenn sie mit einer Person sprechen können, die nicht zu ihrer Familie gehört. Einige haben Fragen bezüglich der Schulaufgaben. Ich denke, es ist jetzt sehr wichtig, dass Schule den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern während der Schulschließung hält. Sowohl die Klassenleitung als auch die Schulsozialarbeit sollte für die Kinder und Jugendlichen da sein, um Unsicherheiten zu beseitigen, Fragen zu klären und Mut zu machen.

Welche Chancen und Grenzen Sehen Sie in der neuen Art und Weise mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten?
Als Chance sehe ich, dass es relativ unkompliziert ist und man viele Menschen damit erreichen kann. Fast alle der (älteren) Schülerinnen und Schüler, als auch Sorgeberechtigten sind in den sozialen Medien unterwegs und nutzen ihre Handys regelmäßig. Dennoch bevorzuge ich Face-to-Face Kontakte, denn so kann besser und direkt auf einander eingegangen, Missverständnisse geklärt und Rückfragen gestellt werden.

Viel Erfolg bei ihrer weiteren Arbeit!

Hinweis: Den nächstneuen Hingucker finden Sie hier.

Lisa Suckel setzt mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Netzwerkstelle Bündnis für Schulerfolg im Salzlandkreis ein deutliches Signal: „Wir alle zusammen sind für euch/ für Sie da!“. Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter bieten auch während der Schulschließung für Kinder, Jugendliche, Schulleitungen, Lehrkräfte und Sorgeberechtigte wichtige Unterstützungsangebote an. Weitere Informationen können Sie hier nachlesen.