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#hingucker – Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona

„Bei der Suche nach Pausenspielen auf Abstand ist zwischen mir, der Schulsozialarbeiterin und der Gestaltenlehrerin die Projektidee, ,Pausenparcours‘ entstanden, um den Kids trotz Abstandsregeln und ohne Spielmaterial eine schöne, bewegungsreiche und spaßige Pause zu ermöglichen.“ Die Schulsozialarbeiterin Caro Bartsch (Villa Jühling e.V.) und die Lehrkräfte der Grundschule Heideschule in Halle haben den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern trotz der Schulschließung nicht abbrechen lassen. Entstanden ist ein, mit bunter Kreide gezeichneter, Spiel- und Bewegungs-Parcours auf dem Schulhof. „Die Kinder lieben ihn. Er ist das erste was sie machen, wenn sie auf den Schulhof kommen.“ Caro Bartsch gibt Einblicke in das Projekt und wie sie ihren Arbeitsalltag so organisiert, dass sie trotz Corona nah an den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien bleibt. Das Projekt-Video kann hier angeschaut werden.

Starke Vernetzung und Präsenz im Stadtteil
Die Zusammenarbeit zwischen der Schulsozialarbeit und den Lehrkräften in Heide-Nord beschreibt Caro Bartsch als sehr eng. Die starke Vernetzung im Stadtteil sichert den vertrauensvollen Kontakt mit den Kindern und Sorgeberechtigten, auch in Zeiten von Corona. So stehen die Jugendbildung, der Gemeinschaftsgarten, der Lerngarten, die Familienarbeit und die Schulsozialarbeit in Heide-Nord im regelmäßigen Austausch, um gerade in der Zeit von Distanz und Schulschließung für Kinder und Jugendliche verstärkt Präsenz im Stadtteil zu zeigen. „Die Sorgeberechtigten, Bezugspersonen und die Kids können sich bei mir und den anderen Einrichtungen melden. Wir haben Aushänge von Telefonnummern und Bildern des gesamten Teams in Heide-Nord an vielen Stellen im Quartier aufgehangen. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wir trotz vorübergehender Schließung vieler Angebote weiter für Schülerinnen und Schüler da sind.“

Kontakt halten mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien
Die Schulsozialarbeiterin Caro Bartsch und weitere Akteure im Stadtteil haben eine E-Mailadresse eingerichtet, an die sie sich Lehrkräfte wenden können, die von Schwierigkeiten in den Familien der Kinder und Jugendlichen erfahren. Caro Bartsch macht die Lehrkräfte in einer Infomail insbesondere auf die Hilfsangebote (Nummer gegen Kummer, Telefonseelsorge etc.) aufmerksam und bittet um Weiterleitung. Gemeinsam mit der Familienarbeit Halle-Nord und den Pädagoginnen vom Gemeinschaftsgarten Bunte Beete erstellt Caro Bartsch wöchentlich Briefe an Kinder und Sorgeberechtigte aus Risikofamilien. Darin enthalten sind Spielideen und Kontaktadressen bei Fragen und Problemen.

Auf der Facebookseite hält die Schulsozialarbeiterin Kontakt und teilt Informationen. „Gemeinsam mit dem Team in Heide-Nord gebe ich ein wöchentliches kostenfreies, warmes und gesundes Mittagessen im Gemeinschaftsgarten Bunte Beete (direkt hinter der Schule) aus. Wir organisieren gemeinsame Stadtteilrallyes, Waldläufe und bieten Spiele auf Abstand an.“

,Pausenparcours‘: Spiel und Bewegung für die Pause
„Mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Villa Jühling sowie Lehrerinnen haben wir mit viel Kreativität und Schweiß die Idee ,Pausenparcour‘ umgesetzt.“ Der Unterstützungsverein der Mitteldeutschen Zeitung Wir helfen e.V. und der Förderverein der Grundschule Heideschule hat die finanziellen Mittel bereitgestellt. „Ich hatte die Idee bereits am Anfang von Corona, eine Spielesammlung auf Abstand zu erstellen, da die alten Schulhofbemalungen so alt und verblichen sind, dass sie nicht mehr nutzbar waren.“ Die Schulsozialarbeiterin Caro Bartsch wollte Angebote zur Bewegung während und nach den coronabedingten Beschränkungen schaffen, da die Freizeit von vielen Kindern „[…] vor allem vor Konsole, Tablet und Fernseher […]“ verbracht wurde.

Ziel des Projektes ,Pausenparcours‘ war es, neben der Förderung der Bewegung, die Zusammenarbeit von Schule und Schulsozialarbeit zu stärken sowie dem grauen Farbton des Schulhofs etwas Buntes entgegenzusetzten. Die Idee wurde in den Stadtjugendring getragen, der ein Trello zur Spielesammlung erstellte. „Jetzt erstrahlt der graue Beton in allen Farben. Nach einem Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung haben sich bereits drei weitere begeisterte Schulen bei mir gemeldet, die um Erlaubnis gebeten haben, die Idee nachzumachen. Ein wunderschöner Parcours ist entstanden. Besonders beliebt ist das Stoppen der Zeit ,Wer kommt am schnellsten durch‘. Auch Bewegungsmuffel sind mit Freude dabei. Zunächst waren einige Viertklässler zu ,cool‘, um den Parcours zu machen. Inzwischen sind sie jedoch die ersten, die sich anstellen.“ Das Projekt-Video kann hier angeschaut werden.

Hinweis: Den nächstneuen Hingucker finden Sie hier.