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Ist das auch was für mich? Schule weiterentwickeln als positiven Lebensort für alle

In der Keynote von Susanne Linde und Klaus Linde-Leimer „Ist das auch was für mich? Schule weiterentwickeln als positiven Lebensort für alle“, werden Ergebnisse aus dem EU-Projekt „Stop Dropout“ vorgestellt, in dem Unterstützungsmöglichkeiten von abbruchsgefährdeten Schülerinnen und Schülern erarbeitet wurden.

Schule hat selbst einen wichtigen Einfluss auf die Prävention von Schulabbrüchen
Das EU-Projekt „Stop Dropout“ hat deutlich gezeigt, dass die Schule selbst einen wichtigen Einfluss auf die Prävention von Schulabbrüchen („Dropouts“) hat. „Nicht nur die Schülerinnen und Schüler brauchen Unterstützung, sondern ebenso die Lehrkräfte und Schulleitungen, die immer wieder auch vor großen Herausforderungen stehen, die sie an ihre Grenzen und darüber hinausbringen.“ Aus dem Projekt ist eine Datenbank entstanden, die Beispiele gelingender Methoden sowohl auf der pädagogischen Ebene als auch auf der Ebene der Schulorganisation zeigt. Auf Grundlage dessen wurde ein Handbuch entwickelt, welches sich mit Schulentwicklung auseinandersetzt. Informationen zur Datenbank und zum Handbuch finden Sie hier. Die Erkenntnisse aus dem EU-Projekt waren die Ausgangsbasis für das Best-Performers-Projekt, in dem es darum ging, in den Ländern Österreich, Italien und Portugal Beispiele gelingender sowie guter Praxis an Schulen zu finden und diese anderen zugänglich zu machen. „Bei dem Projekt ging es uns nicht um Eliteschulen. Es ging uns auch nicht darum, Hochbegabte zu finden. Uns ging es darum, Schulen zu finden, die ein positiver Lebensort für alle sind. Und für alle bedeutet eben nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Lehrkräfte, Schulleitungen und all jene, die sich von Extern einbringen können.“

Den Live-Mitschnitt und das Graphic Recording können Sie sich hier anschauen:

Kriterien für einen guten, präventiven Umgang bei Schulabsentismus
Welche Voraussetzungen kann Schule schaffen, um Schulabbrüche und schuldistanziertes Verhalten entgegenzuwirken? Im Rahmen des Best-Performers Projekt wurden Gelingensbedingungen für den Umgang mit Schulabsentismus identifiziert. Dazu zählen:

- Konstruktive Umgang mit Diversität
„Wir haben eine Schule gefunden, in der heterogene Teams von Lehrkräften gebildet wurden und eine Klasse durch ein Team von 2-4 Lehrkräften betreut wurde. Die Schulleitung hat hier beispielsweise darauf geachtet, dass dieses Team mit möglichst unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammengesetzt ist.“

- Persönlichkeitsentwicklung nicht nur bei Schülerinnen und Schülern sondern auch bei Lehrkräften
„Was nimmst du dir für dieses Schuljahr vor? Wo willst du dich weiterentwickeln? Wie kann ich dich dabei unterstützen?“

- Soziale Kompetenz, sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Lehrkräften
„Wir hatten Schulen dabei, die von Anfang an auf Teamkompetenz und Teambildung gesetzt haben. Hier spielten auch Steuerungsgruppen von Lehrkräften eine Rolle, die aktiv externe Fachkräfte in die Arbeit einbezogen haben.“

Schule zu einem positiven Lebensort machen
„All das Genannte läuft aber auf einen entscheidenden Punkt hinaus: Struktur! Wenn wir über eine Willkommenskultur reden, müssen wir über eine Willkommensstruktur reden. Wenn etwa wichtige Personen aus so einem Geflecht herausfallen, sind gute Projekte meist sehr schnell vorbei.“. Susanne Linde und Klaus Linde-Leimer machen drei wesentliche Schritte in Schulentwicklungsprozessen aus:

1) Das Problem wird als solches erkannt und es gibt eine Absicht, eine positive Wandlung herbeizuführen.
2) Die Absicht muss von der Schulleitung mitgetragen und unterstützt werden.
3) Es muss zur Bildung von Steuerungsgruppen kommen, die strukturiert und organisiert sind sowie Schnittstellen mit dem Kollegium und der Schulleitung aufweisen, sodass Transparenz gewährleistet ist.

Arbeitsweise einer Steuerungsgruppe organisieren
a) Bestandsaufnahme: Sammlung von Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler, Sorgeberechtigten, Lehrkräften und externen Fachkräften
b) Planentwicklung: Schule verständigt sich über Weitblick und gemeinsame Werte
c) Prüfung der verfügbaren Ressourcen
d) Planung/ Umsetzung
e) Evaluierung: „Sind wir da, wo wir hin wollten? Ist unsere Absicht erfüllt?“

„Wenn es sich wirklich um einen Schulentwicklungsprozess handeln soll, muss das, was neu entstanden ist, auf eine strukturelle, schulorganisatorische Basis gestellt werden, um nachhaltig wirken zu können (und darf eben nicht nur an Personen festgemacht werden).“

Resilienzfördernde Faktoren in Schule
-Positive Identifikation mit der Schule
-Selbstbestimmung und Mitbestimmung
-Wertschätzender Umgang miteinander
-Positive Beziehungen gestalten und gegenseitiges Unterstützen
-Achtsamkeit mit sich selbst und anderen
-Konstruktiver Umgang mit Diversität

„Insgesamt darf es an einer Schule nicht nur um Haltung gehen. Diese Haltung muss sich auch in den Strukturen widerspiegeln und auf eine breite Basis gestellt werden.“