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Jahresrückblick

Illustration verschiedener Personen, die nebeneinander stehen
Bild: DKJS/Sandra Bach

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“. Und wenn wir auf dieses Jahr 2020 zurückblicken, sehen wir einen sehr steten Wandel – in nahezu allen Lebensbereichen. Was Anfang des Jahres noch als Virus in weiter Ferne erscheint, zieht sehr schnell weite Kreise und plötzlich steht am Ende vieler Routinen und lange bestehender Strukturen: Corona. Vor allem Schule und Jugendhilfe – und das Netzwerk um sie herum – müssen binnen kürzester Zeit Lösungen entwickeln und neue Wege gehen. Dabei wird schnell klar, dass es auf komplexe Fragen keine einfachen Antworten geben kann. Wenn jedoch Mut, Kreativität und Weitsicht Vorschub leisten, dann lassen sich Herausforderungen meistern.

So ist uns allen das Jahr 2020 an seinem Ende ein Fanal. Dafür, dass wir Hürden überwinden können, wenn wir zusammenarbeiten und etwas wagen. Aber auch dafür, dass die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen kein zeitlich begrenztes Abarbeiten von Inhalten ist. Es ist ein Prozess, der lebenslang nachhallt und an dem alle Kräfte der Öffentlichkeit mitwirken müssen.

Ihnen, die Sie in und um Schule in diesem außergewöhnlichen Jahr vielfach Handlungsmut und Geschick bewiesen haben, möchten wir an dieser Stelle danken und Sie daran erinnern, dass Sie der Grund sind, auf dem dieses Haus stehen kann.

Auch für die landesweite Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern brachte gleichermaßen 2020 Veränderungen mit sich und aus Altbekanntem wurde Unbekanntes, aus Unbekanntem Vertrautes. Was das konkret bedeutet, wollen wir in einem kleinen Jahresrückblick aufzeigen.

Heißer Winter, digitales Frühjahr
Nachdem die ersten Wochen des neuen Jahres in gewohnter Weise vonstattengehen, Vorhaben erdacht und geplant werden, markiert der Fach- und Forderungstag des Aktionsbündnisses Schulsozialarbeit Ende Februar einen ersten Meilenstein. Danach gewinnen die Ereignisse erheblich an Schwung, obwohl eigentlich erst einmal alles zum Erliegen kommt. Mitte März ziehen Bundesregierung, Länder und Kommunen angesichts der nach oben schnellenden Infektionszahlen die Reißlaune – auf Corona folgt der Lockdown, auf den Lockdown die Digitalisierung, insbesondere in Schule.

Nachdem an einen regulären Schulbetrieb mit vollbesetzten Klassenräumen nicht mehr zu denken ist, bestimmen vermehrt Online-Formate und Selbststudium den Alltag der Kinder und Jugendlichen, der gleichzeitig durch zunehmende Enge innerhalb der Familiensituation geprägt ist. Die Schulsozialarbeit ist besonders gefordert: häusliche Gewalt, Zusammenarbeit mit Sorgeberechtigten, Psychohygiene pädagogischer Fachkräfte, individuelle Unterstützungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, vor allem aber digitale Beziehungsarbeit sowie die Lernbegleitung im Wechsel von analogen und digitalen Angeboten sind nun die maßgeblichen Themen.

Die landesweite Koordinierungsstelle unterstützt in diesem Prozess mit zusätzlicher Beratungsleistung der Programmakteurinnnen und -akteure. Anfang April werden Online-Meetings ins Leben gerufen, die zu Beginn zweimal wöchentlich Schulsozialarbeitende zum kollegialen Austausch mit fachlicher Begleitung einladen. Gleichsam werden für die regionalen Netzwerkstellen für Schulerfolg sowie die Trägervertretungen entsprechende Äquivalente angeboten, die sich mit Themen wie digitaler Netzwerkarbeit, Wiedereinstieg in Schule sowie Kooperation mit regionalen Partnerinnen und Partnern befassen. All diese Formate finden über die Phase des Lockdown hinaus in regelmäßigen Abständen statt und haben unter anderem konkrete Handreichungen für die pädagogische Praxis sowie die Veröffentlichung von Erfolgsgeschichten in der Reihe #hingucker nach sich gezogen. Parallel dazu wird das Netzwerk von „Schulerfolg sichern“ kontinuierlich über neue Richtlinien und Schutzbestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie informiert.

Die regulär geplanten Veranstaltungsformate der landesweiten Koordinierungsstelle wie das Redaktionstreffen der Netzwerkstellen und zuvorderst die Fachkonferenz „Was uns Mut macht. Kinder und Jugendliche persönlich wertschätzen“ werden in Online-Veranstaltungen umgewandelt und finden im Juni dieses Jahres statt. Die Fachkonferenz bietet am 24. und 25. Juni etwa 300 Teilnehmenden die Möglichkeit, Keynotes von Helmut Hochschild, Eva-Lotta Bueren sowie Susanne Linde und Klaus Linde-Leimer zu verfolgen sowie Foren und Workshops zahlreicher Referierender zu besuchen. Gemeinsam wird Fragen nachgegangen, was Kinder und Jugendliche für ihren Lernprozess benötigen, wie (sozial-) pädagogische Fachkräfte durch individuelle Anerkennung und Wertschätzung positiven Einfluss darauf nehmen und welche Entwicklungsschritte Schule, Jugendhilfe und Kommune dafür gehen können.

Reflexion und Neuorientierung – Sommermonate und Herbst
Mit dem Beginn der Sommerferien bekommen alle Akteurinnen und Akteure die Chance, kurz durchzuatmen, die herausfordernden zurückliegenden Monate auszuwerten und sich für die zweite Jahreshälfte zu rüsten. Die landesweite Koordinierungsstelle geht in die Vorbereitung der Impulstage „Starke Schulen – starke Kinder und Jugendliche“, die zweimal als dreitägige Veranstaltungsreihe im September bzw. November 2020 und in Fortführung als Netzwerkreihe Anfang 2021 stattfinden. Getragen durch fachliche Impulse von Gastschulen, Referierenden sowie spezifische Beratung sollen so Ideen und Strukturen für ganzheitliche Schulentwicklung geschaffen werden, die vor allem Schülerinnen und Schülern zugutekommen soll.

Um diese aber auch zahlreiche andere Handlungsempfehlungen und Dokumente in adäquater Weise für das Netzwerk „Schulerfolg sichern“ zugänglich zu machen wird im Oktober die Wissensplattform „Out of  the box“ veröffentlicht, die an das Programmportal www.schulerfolg-sichern.de angegliedert ist. Ergänzend zu wissenschaftlichen Aufsätzen und pädagogischem Begleitmaterial finden sich dort ebenso multimediale Inhalte, die in Federführung der landesweiten Koordinierungsstelle kontinuierlich ergänzt und weiterentwickelt werden. Besonderheit hierbei ist die fachliche Einbindung von u.a. Netzwerkstellen und Schulsozialarbeitenden, die hier auch eigenes Wissen und Erfahrungen zur Verfügung stellen bzw. einreichen können.

Neben der Wahrnehmung und Unterstützung weiterer Termine und Veranstaltungen wie der Expertengruppe "Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen" und Netzwerkstellentreffen, stehen die Aktivitäten vielfach unter dem Vorzeichen des zunehmend dynamischen Pandemiegeschehens. In dem Zusammenhang werden wiederholt Hinweise und Vorgaben steuernder Organe auf dem Programmportal veröffentlicht. Weiterhin konzentrieren sich die Aktivitäten der landesweiten Koordinierungsstelle auf die anstehende Verlängerung des Programms, die für alle Module des Programms geplant ist.

Was wird 2021?
Aufbauend darauf werden aus Sicht der landesweiten Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern die Schwerpunkte in den ersten Monaten des kommenden Jahres auf der Begleitung der Netzwerkreihe sowie der fortwährenden Weiterentwicklung der Wissensplattform liegen. Wesentlichen Einfluss auf diese und andere Aktivitäten wird die Entwicklung der Corona-Pandemie nehmen. Die landesweite Koordinierungsstelle wird hierbei auf die geschaffenen Routinen und Strukturen aus dem Frühjahr 2020 zurückgreifen und weiterhin durch das Teilen von Informationen an die Programmakteurinnen und -akteure intensiv Ihrer Aufgabe innerhalb des Programms nachkommen.