unterstützt und gefördert durch:

Jugend will bewegen

Fotografie von Händen, die verschiedene Zeichen machen
Bild: StockSnap/pixabay.com/CC0

Vielfach wird in diesen Tagen von der Zukunft gesprochen. Einer Zukunft, die die Gesellschaft heute gestalten soll, um sie morgen in die Hände der Kinder und Jugendlichen legen zu können. Wie aber werden junge Menschen an dieser Gestaltung beteiligt? Sehen sie sich selbst als Teil dieses Prozesses, haben sie das Gefühl mitentscheiden zu können? Aufschluss darüber gibt die Studie „Jugend will bewegen“, die mehr als 2.000 junge Menschen im Alter von 14–24 Jahren unter anderem zu ihrer Partizipation im politischen Geschehen und ihren (An)Forderungen an die Politik befragt hat.

Breites politisches Interesse
Am politischen Geschehen mitzuwirken, hat für die große Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland einen hohen Stellenwert. So ist es 80 Prozent von ihnen wichtig, Politik in Deutschland beeinflussen zu können. Interessant ist dabei, dass der Wille, politisch etwas zu bewegen auch häufig außerhalb formaler Verfahren umgesetzt wird. So hat gut ein Viertel der jungen Menschen in den 12 Monaten vor der Umfrage an einer Online-Unterschriftenaktion teilgenommen. 13 Prozent nahmen an einer Demonstration wie den „Fridays for Future“-Protesten teil.

Fast genauso bedeutsam wie Politik beeinflussen zu können, ist es für die jungen Menschen (78 Prozent) auch, sich über politische Themen zu informieren. Knapp zwei Drittel der Befragten gaben zudem an, politische Themen zu diskutieren, wobei vor allem das Internet eine tragende Rolle spielt. So suchen 62 Prozent die aktive Beteiligung am öffentlichen Meinungsbildungsprozess, indem sie sich zu politischen Themen online äußern. Zumeist werden dabei Beiträge geteilt oder entsprechend mit Likes versehen. Ein Fünftel aller Befragten nimmt online Stellung, indem sie politische Posts kommentieren. 7 Prozent gehen einen Schritt weiter und verfassen eigene Beiträge. Damit legen die Ergebnisse auch den Schluss nahe, dass ein Erreichen junger Menschen durch Politik eng mit der Kommunikation (und deren Weiterentwicklung) über das Internet verwoben ist.

Interessiert ja, repräsentiert nein
Gerade an diesem Punkt klafft eine Lücke, denn obwohl viele junge Menschen an Politik anteilnehmen, sehen drei Viertel der 14- bis 24-Jährigen ihre Angelegenheiten und Interessen in der aktuellen Politik nur unzureichend repräsentiert. Gut ein Viertel ist mit diesem Zustand sogar sehr unzufrieden. Ein möglicher Weg, die Partizipation und das Gefühl von Berücksichtigung zu stärken, könnte der Ausbau digitaler Beteiligungsformen sein. So erachten 85 Prozent der Befragten Verfahren, in denen Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Meinungen online in den politischen Prozess einbringen können, für wichtig oder sogar sehr wichtig. 77 Prozent sprechen sich für Online-Bürgerentscheide aus und zwei Drittel für die Möglichkeit online zu wählen. Wiederum zwei Drittel würden sich hier wünschen, online Wahl- oder Parteiprogramme mitgestalten zu können.

Weitere Informationen sowie die vollständige Studie finden Sie hier.