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Kinder- und Jugendbericht

Illustration unterschiedlich alter Kinder und Jugendlicher, die in einer Reihe hintereinander stehen
Bild: harishs/pixabay.com/CC0

Zum Ende des Jahres hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den 16. Kinder- und Jugendbericht vorgelegt, der seit dem Jahr 2018 von einer unabhängigen Sachverständigenkommission erarbeitet wurde. Der Bericht, der mehr als 600 Seiten umfasst, setzt sich vor allem mit Aspekten auseinander, wo und wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene politische Bildung erfahren. Dabei fließen gleichsam aktuelle Herausforderungen für die Demokratie ein, wie etwa Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und erstarkender Nationalismus.

Zielsetzung des Berichts war auch, Aussagen über die demokratiebildenden Einflüsse von Familien, von gleichaltrigen jungen Menschen und von digitalen Medien zu treffen. Daneben sollen im Bericht Entwicklungsbedarfe aufgezeigt und Empfehlungen für Praxis, Wissenschaft und Politik formuliert werden. Vor dem Hintergrund der zusammengetragenen Informationen und Ergebnisse hebt die zuständige Kommission als eine der zentralen Empfehlungen hervor, dass alle jungen Menschen mehr zeitgemäße und altersgerechte politische Bildung erhalten.

Methodik
Um ein möglichst detailgetreues Bild der gegenwärtigen Lage zeichnen zu können, sollten alle Altersgruppen, von Kindern bis zu jungen Erwachsenen berücksichtigt werden und deren Perspektiven direkt in den Bericht einfließen. So führte die zuständige Kommission Jugendworkshops durch und interviewte Grundschulklassen sowie Kitagruppen. Daneben wurden alle relevanten Bildungskontexte unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe betrachtet: die schulische (Ganztags-)Bildung, die berufliche und hochschulische Bildung sowie programm- und projektförmige Angebote. Besonders sollten auch die außerschulische Jugendbildung und Jugend(verbands)arbeit akzentuiert werden.

Zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen des 16. Kinder- und Jugendberichts
Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Aber gerade jetzt, wo die digitale Transformation des Alltags immer weiter voranschreitet, gesellschaftliche Strukturen sich verändern oder in neuen Formen aufgehen und eine globale Pandemie um sich greift, benötigt die politische Bildung im Kindes- und Jugendalter nach den Ergebnissen des Berichts mehr Gewicht. Entsprechend werden deshalb eine Aufwertung und Stabilisierung des Praxisfeldes sowie eine breitere Verankerung politischer Bildung für junge Menschen gefordert, womit gleichsam auch Empfehlungen der Sachverständigenkommission verbunden sind. So wird im Bericht moniert, den Auftrag der politischen Bildung nicht auf Extremismusprävention zu verkürzen, da dadurch die Gefahr bestünde, dass zentrale Prinzipien politischer Bildung aufgegeben werden und damit vor allem auch ergebnisoffene Angebote für alle jungen Menschen, die an ihren Ressourcen (und nicht an ihren Defiziten) ansetzen.

Bezogen auf Raum und Struktur der politischen Bildung wird gefordert, diese weniger in nationalstaatlichen Kategorien als vielmehr transnationalen Bildungserfahrungen zu denken. Das gilt in besonderem Maße mit Blick auf Europa, dessen Einigung wertschätzend reflektiert werden sollte. Gleichsam sollten hier auch die aktuellen Herausforderungen kritisch hinterfragt werden.

Als fundamental für nachhaltige politische Bildung und die Ausbildung demokratischen Bewusstseins wird im Bericht der Aspekt der Partizipation angesehen. So wird Beteiligung überall dort, wo junge Menschen aufwachsen, als „ein zentrales und unverzichtbares Prinzip“ bewertet. Dem folgend wird eine Absenkung des gesetzlichen Wahlalters auf allen Ebenen auf 16 Jahre empfohlen.

Nicht zuletzt gelangt die Kommission zu der Erkenntnis, dass politische Bildung die Rechte, aber auch die Lebenswelten und Interessen junger Menschen berücksichtigen muss und das sowohl im öffentlichen Diskurs als auch in ihren eigenen Angeboten. Hierbei wird auch auf die Unterschiede zwischen Jugend- und Erwachsenenbildung hingewiesen und nachdrücklich empfohlen, die fachliche Eigenständigkeit politischer Bildung für junge Menschen zu stärken und weiterzuentwickeln.

Die ausführlichen Ergebnisse und weitere Informationen finden Sie in den nachfolgenden Versionen des 16. Kinder- und Jugendberichts.

Kurzversion

Kompletter Bericht