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Nachgefragt

Illustration eines Klemmbretts und eines Stiftes
Bild: mcmurryjulie/Pixabay.com/CC0

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen sind allgegenwärtig. Wie diese jedoch vor allem von Kindern, Jugendlichen und Sorgeberechtigten erlebt werden, untersuchen erste Studien, von denen wir im Folgenden zwei genauer vorstellen.

Mehr Gehör, mehr Mitsprache für Jugendliche
Die bundesweite Studie „JuCo“ setzt sich mit der Frage auseinander, wie Jugendliche die Zeit der Pandemie erleben. Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt wandte sich damit an Jugendliche ab 15 Jahren. Etwa 6.000 gaben hiernach Auskunft zu ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise.
Vor allem zwei Aspekte stechen in der Auswertung hervor: zum einen wollen die Jugendlichen nicht alleinig auf das Thema Homeschooling reduziert werden. Sie beklagen, dass ihr veränderter Lebensalltag und ihre Sorgen kaum wahrgenommen werden. Zum anderen haben die befragten Jugendlichen den Eindruck, dass die Gestaltung ihres Alltags gegenwärtig allein durch Erwachsene entschieden wird.

Die ersten Ergebnisse der Studie stehen hier zum Download zur Verfügung.

Zufriedenere Sorgeberechtigte, zufriedenere Kinder
Die Studie „Kindsein in Zeiten von Corona“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) richtet den Blick hingegen auf zwei andere Gruppen – Kinder und Sorgeberechtigte. Im Rahmen einer Online-Befragung beteiligten sich deutschlandweit mehr als 8.000 Sorgeberechtigte von Kindern im Alter von drei bis 15 Jahren, um über ihre Lebensumstände während der Pandemie zu berichten.Den Ergebnissen nach scheinen hier etwa trotz der veränderten Rahmenbedingungen viele Kinder die damit einhergehenden Herausforderungen eher gut oder sehr gut zu bewältigen. Allerdings berichtet ein Drittel der Befragten, dass ihr Kind Schwierigkeiten hat, mit der aktuellen Situation zurechtzukommen.

Auffallend sind in dem Zusammenhang gleich mehrere Dinge: Familien mit einer angespannten finanziellen Situation schätzen die Belastung ihrer Kinder beispielsweise deutlich höher ein als diejenigen, die ihre finanzielle Lage positiver beurteilen. Gleichsam geben Sorgeberechtigte mit maximal mittlerem formalem Bildungsabschluss zu einem höheren Anteil an, dass ihre Kinder nicht gut mit der Situation zurechtkommen. Die Forschenden am DJI schließen anhand ihrer Daten darauf, dass Sorgeberechtigte, die selbst unter der aktuellen Situation leiden, auch eher Belastungen bei ihren Kindern wahrnehmen.

Eine weitere große Herausforderung der Pandemie, die engere häusliche Situation, führt in jeder fünften befragten Familie häufig oder sehr häufig zu Konfliktlagen. Demgegenüber geben drei Viertel der Sorgeberechtigten an, die ungewohnte Enge überwiegend gut zu meistern. Zu dieser Einschätzung kommen dabei überdurchschnittlich viele Familien mit formal hohem Bildungsgrad und ohne finanzielle Sorgen.

Weitere Informationen sowie die gesamte Studie finden Sie hier.