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Rückblick: Online-Impulstage „Starke Schulen – starke Kinder und Jugendliche“

Bild: DKJS/Sandra Bach
Bild: DKJS/Sandra Bach

Für Kinder und Jugendliche ist die Zeit in der Schule sehr prägend und bestimmt ihre Entwicklung maßgeblich. Die Impulse, die von Schule ausgehen, wirken wie Tropfen, die auf die Wasseroberfläche fallen und Wellen auslösen, zu allen möglichen Seiten. Manchmal sacht, manchmal kräftig, aber immer folgt eine Reaktion. Ein starker Impuls ruft eine starke Wirkung hervor – eine starke Schule bringt starke Kinder und Jugendliche hervor.

Daran knüpften die Online-Impulstage vom 29.09. bis 1.10.2020 an: Die landesweiten Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern lud Schulen dazu ein, Einblicke in ihre gelingenden Beispiele aus dem Schulalltag zu geben. Bildungsexpertin Ulrike Handke rahmte die Impulse der Schulen mit fachlichem Wissen ein. Die Fachkräfte aus Schule und der Kinder- und Jugendhilfe hatten die Möglichkeit, die Impulse zu verfolgen und Konzepte sowie Herangehensweisen für die Gestaltung ihres Schulalltages zu erhalten. Rund 125 Teilnehmende verfolgten die Online-Veranstaltungen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Inhalte der drei Online-Impulstage. Jeden Mittwoch wird ein Live-Mitschnitt hier auf schulerfolg-sichern.de veröffentlicht: Am 14.10. der Live-Mitschnitt des Impuls-Vortrages der Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster, am 21.10. Gebrüder-Grimm-Schule Hamm und am 28.10. Kurfürst-Moritz-Schule Moritzburg.

Wie kann der Schulalltag gestaltet werden, dass Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende sowie Kinder und Jugendliche sich wohlfühlen und motiviert sind zum Lernen?

#Miteinander – 1.Online-Impulstag am 29.09.2020

Unterschiedliche Perspektiven miteinander verbinden:
Am Dienstag 29.09.2020 nahmen Stefanie Grams, Schulsozialarbeiterin und Lars Ziervogel, Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule, Gemeinschaftsschule Neumünster die Teilnehmenden mit in ihren Schullalltag. Die Schule hat 2016 für ihr schulisches Engagement und die Schulentwicklungsprozesse den deutschen Schulpreis erhalten. „Uns zeichnet aus, dass wir jahrgangsübergreifend und selbstorganisiert lernen. Die 5.-7. Klasse und die 8.-10. Klasse lernen in 5-wöchigen Projekten zusammen.“ In der Schule arbeiten Schulsozialarbeit, Schulleitung, Personalrat und Lehrkräfte in multiprofessionellen Teams zusammen. „Der Blick der Profession Schulsozialarbeit wird im Alltag und in konzeptionellen Überlegungen gewünscht und wertgeschätzt.“

Digitale Medien an Schule etablieren:
Angestoßen wurde der Prozess 2012 von Vertretungen der Schülerinnen und Schüler. Daraufhin wurde ein Medienausschuss gebildet, an dem Schülerinnen und Schüler, Sorgeberechtigte, Lehrkräfte, Schulleitungsmitglieder und die Schulsozialarbeiterin teilnahmen. Die Gemeinschaftsschule Neumünster trat in das Netzwerk der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung bildung.digital sowie MediaMatters! ein, von denen sie Unterstützung im Prozess erhielten. „Unsere Schule ist ein Ort, in dem gesellschaftlicher Wandel deutlich wird.“ Die Gemeinschaftsschule aus Neumünster öffnete sich für den Einsatz digitaler Medien und beteiligte aktiv Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung der Regelungen zur Nutzung von Medien in der Schule.

Ulrike Handke, Bildungsexpertin, rahmte den Impuls-Vortrag fachlich ein und erläuterte die Notwendigkeit, die Gründe, Stolpersteine und die Gelingensbedingungen für Teamarbeit. „Wir können nicht kooperatives Arbeiten von den Kindern und Jugendlichen fordern, wenn wir das selbst nicht vorleben.“

Mehr zu den Themen und Live-Mitschnitte des Impuls-Vortrages werden am 14.10. hier auf dem Programmportal veröffentlicht.

#Einzigartig – 2. Online-Impulstag am 30.09.2020

Selbstorgansiertes Lernen fördern und begleiten:
Die Kurfürst-Moritz-Schule, Oberschule Moritzburg, in Vertretung durch Heiko Vogel, gab Impulse und Anregungen, wie individuelle Lernpotentiale und Interessen durch Binnendifferenzierung im Unterricht entdeckt werden können. Die Oberschule hat 2019 den deutschen Schulpreis und 2020 den sächsischen Schulpreis für digitale Schule erhalten. Die Schulräume sind so gestaltet, dass Kinder und Jugendliche gut miteinander arbeiten können. „Wir haben in der Schule Dreiecks-Tische, die in Sitzgruppen zusammengestellt sind. Die Lehrkräfte sowie die Kinder und Jugendlichen fühlen sich dort sehr wohl.“ Im Schulalltag werden Unterrichtsmethoden angewendet, die Kinder und Jugendliche beim selbstorganisierten Lernen unterstützen. Dafür hat die Schule vier Kriterien erarbeitet, die für alle Kinder und Jugendliche vor jeder selbstorganisierten Unterrichtseinheit transparent gemacht werden.

  1. Schülerin/ Schüler handelt nach Lernzielen
  2. Schülerin/ Schüler erarbeitet Ergebnisse
  3. Schülerin/ Schüler arbeitet an seiner Persönlichkeit
  4. Schülerin/ Schüler schafft positives Lernklima

„Eine gute Lernprozessteuerung führt dazu, dass Kinder und Jugendliche sich selbst bewegen und motiviert sind.“ Heiko Vogel macht deutlich, dass die schulischen Leistungen sehr gut sind. „Wir überbieten den sächsischen Schnitt deutlich und haben sehr gute Abschlüsse.“ Im Impuls-Vortrag stellt Heiko Vogel heraus, dass die Oberschule in Moritzburg ein Lernort ist, an dem man sich entwickeln kann und Kinder und Jugendliche voneinander lernen.

Digitale & Musische Schule: 
„Wir sind eine musische Schule. Hier werden Theaterstücke und Musicals aufgeführt. Es können alle mitmachen - von der Lichttechnik bis zum Schauspiel.“ In der Oberschule lernt jede Schülerin oder jeder Schüler ein Instrument und kann an einer Band teilnehmen. In der Schule findet seit 2006 ein Teil des Unterrichts im E-Learning Bereich statt. „Wir benutzen als Software vor allem Moodle, Windows 365 und Schulmanager online. Alle Sorgeberechtigte, Kinder und Jugendliche haben die Apps und Zugriff darauf.“ Heiko Vogel sieht in den digitalen Angeboten nicht nur eine organisatorische Entlastung für die Lehrkräfte, sondern auch eine Unterstützung für Kinder und Jugendliche beim Lernen.

Die Bildungsexpertin Ulrike Handke schilderte aus ihrer fachlichen Perspektive, was es für Rahmenbedingungen benötigt, um selbstorganisiertes Lernen wirkungsvoll zu begleiten. „Individuell heißt nicht allein. Viele selbstorganisierte Unterrichtsverfahren stellen für Lehrkräfte nicht Überlastung dar, sondern Entlastung.“

Mehr zu den Themen und Live-Mitschnitte des Impuls-Vortrages werden am 21.10. hier auf dem Programmportal veröffentlicht.

#Motiviert – 3. Online-Impulstag am 01.10.2020

Durch persönliche Wertschätzung Freude am Lernen:
Schulleiter Frank Wagner von der Gebrüder-Grimm-Schule, Grundschule Hamm gibt zu Beginn einen Rückblick auf die Geschichte der Schule, die vor 12 Jahren geschlossen werden sollte und als Brennpunktschule in der Stadt galt. Räume, Strukturen, Inhalte und Personalpolitik waren nicht mehr zeitgemäß, so dass die Anmeldungen für Schülerinnen und Schüler sehr zurück gingen. Schulleitung und Lehrkräfte haben Konzepte und Strategien entwickelt, welche die Schule heute zu einem beliebten Lernort machen. 2019 wurde die Schule mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Es wurden drei Leitbegriffe initiiert: Lachen – Leisten – Lesen. Da, so Frank Wagner, Angst das größte Lernhindernis sei und Humor das Gehirn frei zum Lernen machen würde. Dazu gehört unter anderem die morgendliche Musik, die im ganzen Schulgebäude abgespielt wird. Kinder lädt sie dazu ein, sich gegenseitig Tänze beizubringen. Darüber hinaus werden an der Schule Kinder, die ihre Ziele erreichen, mit Lobbriefen ausgezeichnet. Die Lobbriefe enthalten kleine individuelle Geschichten. Die Sorgeberechtigten sehen dadurch nicht nur die schulischen Leistungen im Zeugnis, sondern auch kleine Ziele, die erreicht wurden.

Selbstständiges Lernen von Anfang an fördern:
„Was müssen Kinder können, um an weiterführenden Schulen zu bestehen?“ Diese Frage wurde im Kollegium diskutiert, um daraufhin Trainingskurse zu entwickeln, die 1x am Tag jahrgangsübergreifend stattfinden. Die Kinder können sich selbst zuordnen, ob sie den Kurs beispielsweise in Lesekompetenz oder Rechnen besuchen. Ergänzend dazu wurde in der Schule durch einen räumlichen Anbau ein Lernkaleidoskop entwickelt, in dem Kinder bestimmte Themenecken vorfinden und dort selbst lernen können. Im Kaleidoskop gibt es immer eine Aufsicht und kreative Arbeitsaufträge, die Kinder eigenständig lösen können.

Ulrike Handke, Bildungsexpertin, stellt die Zuversicht der jungen Menschen heraus, die es zu fördern gilt. Schule sollte ein Ort sein, an dem Freude am Lernen ermöglicht wird. Anknüpfend daran geht sie in ihrem Impuls-Vortrag auf die Selbstbestimmungstheorie ein.

Mehr zu den Themen und Live-Mitschnitte des Impuls-Vortrages werden am 28.10. hierauf dem Programmportal veröffentlicht.