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Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona

Fotografie einer Hand, die mit einem Stift einen Fragebogen ausfüllt
Foto: andibreit/pixabay.com/CC0

Je länger die Corona-Pandemie währt, umso mehr rücken auch die Anpassungen und Veränderungen des beruflichen Alltags in den Fokus. Wie genau gestalten sich diese für etwa Schulsozialarbeiter:innen und wie genau gelingt es ihnen, sich darauf einzustellen? Gibt es Hürden, wenn ja, welche? Diesen Fragen wurde im Rahmen einer Untersuchung der Evangelischen Hochschule Berlin nachgegangen. Im Zentrum der Untersuchung stand dabei der Punkt, inwiefern ein stark kommunikationsorientierter Bereich wie die Schulsozialarbeit auf digitale Kommunikationsmittel und -wege angepasst werden kann und welche Veränderungen sich dadurch ergeben.

An der Befragung in der Zeit vom 27.08. bis 30.09.2020 nahmen insgesamt 724 Schulsozialarbeiter:innen aus dem Bundesgebiet teil. Erfragt wurden dabei unter anderem die Ausstattung mit, die Anwendung von sowie die Kompetenz hinsichtlich digitaler Technik.

Heterogenes Bild
Von den teilnehmenden Schulsozialarbeiter:innen sind 36% an Grundschulen, 27% an Schulen im Sekundar-I-Bereich, 11% an berufsbildenden Schulen, 11% an Gymnasien oder im Sekundar-II-Bereich, 6% an Gesamtschulen sowie 6% an Förder- oder Inklusionsschulen tätig. Der Rest verteilt sich etwa auf Internate, Schulzentren, DAZ-Klassen etc. So heterogen die Schulformen, so heterogen auch die Möglichkeiten zur Nutzung digitaler Technik im Beruf. Während einige Fachkräfte mit mehreren Endgeräten (bis zu vier) ausgestattet sind, verfügen andere über keinerlei zusätzliche Ausstattung und müssen auf private Endgeräte zurückgreifen, um ihren Aufgaben nachkommen zu können. So gaben 34,4% der Befragten an, sowohl die Anschaffung als auch die laufenden Kosten für die digitalen Kommunikations- und Arbeitsgeräte privat zu tragen.

Digitales Kontakthalten als Herausforderung
Gerade die Frage verfügbarer/eigener digitaler Technik beeinflusst auch auf Seiten der Schüler:innen deren Begleitung und Unterstützung durch Schulsozialarbeit. Denn eben jene, denen die nötige digitale Infrastruktur fehlt, sind nicht selten jene, die der Unterstützung der Schulsozialarbeit bedürfen. Vor allem an Grundschulen, wo zudem altersbedingt noch weniger Kinder über Smartphone und Co. verfügen, gewinnt dieses Problem zusätzliche Dynamik. So gerät nach Angabe der Befragten nicht nur das reine Kontakthalten zur Herausforderung. Gleichsam ist eine starke Tendenz hin zu einer aufsuchenden – oft über die Sorgeberechtigten als Zwischengeschalteten – Schulsozialarbeit zu verzeichnen.

Mehr digitale Kompetenz und Datenschutzkenntnis
Obwohl der erfolgreiche Einsatz digitaler Technik in der Schulsozialarbeit an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, besteht bei den Befragten weitgehende Einigkeit darüber, dass Schulsozialarbeit Digitalkompetenz benötigt (67,5% Grundschultätige bzw. 67,4% an anderen Schulen tätige Fachkräfte). Damit einher geht auch die Forderung, nach entsprechenden Schulungen. So sehen es 93% der an Grund- und 94% der an weiterführenden Schulen tätigen Schulsozialarbeiter:innen als notwendig an, dass Schulungen für die Ausbildung und Verbesserung digitaler Kompetenzen angeboten werden sollten.

Zu dieser Kompetenz gehört auch die Kenntnis geltender datenschutzrechtlicher Bestimmungen. 62% der befragten Fachkräfte gaben an, dass es an ihren Einrichtungen eindeutige und verständliche Datenschutzregelungen gibt. Auffallend bei zahlreichen Antworten ist jedoch, dass die Datenschutzrichtlinie des Trägers eher als Hinderungsgrund betrachtet wird, wenn es um den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen geht.  Selten wird der Datenschutz unter dem Schutzaspekt gesehen.

Unterstützung durch Kollegium
Wenn es darum geht, was den Schulsozialarbeiter:innen während der Pandemie eine besondere Hilfe war, so nannten die Befragten zu über 80% das Kollegium als die wichtigste Stütze. Weiterhin gaben 56% an, von den Lehrkräften viel persönliches Verständnis erfahren zu haben.

Die vollständige Auswertung der Umfragen können Sie hier abrufen.