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SINUS-Jugendstudie 2020

Foto zweier junger Frauen, die sich freundschaftlich umarmen
Foto: gornostai_nastya/pixabay.com/CC0

„Wie ticken Jugendliche?“, fragt die SINUS-Jugendstudie 2020. Alle vier Jahre werden im Rahmen der Studie die Lebenswelten 14- bis 17-jähriger Teenager in Deutschland untersucht. In der aktuellen Auflage ging es dabei um Fragestellungen wie „Welche Themen sind der Jugendgeneration wichtig? Wie blicken die jungen Menschen in die Zukunft?“ Eine wesentliche Rolle spielte zudem die Frage, wie die Jugendlichen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie umgehen.

In einem Satz gesprochen, sieht die Studie eine junge Generation, die ernsthafter und besorgter geworden ist. Nicht ausschließlich, jedoch mit Blick auf die Entwicklungen um Corona und besonders den Klimawandel. Laut Studie fühlen sich die 14- bis 17-jährigen hier unzureichend repräsentiert und ernstgenommen. Die allgemeinen Erwartungen an die Zukunft sind bei den Jugendlichen teils von Unsicherheit, aber auch Hoffnung sowie einem veränderten Wertebewusstsein geprägt.

(Politisches) Klima im Fokus
Grundsätzlich werden der Studie zufolge die Entwicklungen in der Politik mit Skepsis betrachtet. So fühlen sich viele Jugendliche zu wenig von Politik gehört, insbesondere im Zuge der Klimadebatte, die als zentrale Frage der Generationengerechtigkeit ausgemacht wird. Demgegenüber zeigt sich aber gerade die politische Aktivität als Kristallisationspunkt, indem die Jugendlichen sich vielfach für Werte wie Solidarität, Fairness und Gerechtigkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit engagieren.

Corona: Verantwortung im Fokus
Gerade der Aspekt Solidarität spielt noch in anderer Hinsicht eine zentrale Rolle – der Corona-Pandemie. So geben die befragten Jugendlichen zwar an, wenig Angst vor einer Infektion zu haben, fürchten jedoch, andere Menschen, insbesondere Risikogruppen, anzustecken. Die Krise ernstzunehmen und auf Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, wird als Teil der sozialen und gesundheitlichen Verantwortung betrachtet. Aus diesem Grund sehen die Jugendlichen auch die Notwendigkeit, sich mit den Einschränkungen der persönlichen Freiheit zu arrangieren. Der überwiegende Teil der Jugendlichen schätzt zudem die Auswirkungen der Pandemie auf das persönliche Leben bislang als nicht sonderlich schwerwiegend ein. Eine Ansicht, die vor allem Jugendliche aus sozial benachteiligten Lebenswelten teilen.

Sicherheit statt Status
Das Bild der Jugend wandelt sich. So ist laut Studie eine Abschwächung hedonistischer Tendenzen zu beobachten, ebenso wird ein Ende generationsprägender Jugend(sub)kulturen verzeichnet. In der Mehrzahl der jugendlichen Lebenswelten sind heute abgesicherte Lebensverhältnisse von höherer Bedeutung als Status und Erfolg. Das lässt sich auch an beruflichen Zielsetzungen ablesen. So haben Freude an der Arbeit, Selbstverwirklichung sowie ein positives Arbeitsumfeld bei Jugendlichen hohe Priorität und sind gleichermaßen erstrebenswert, wie eine wortwörtliche Work-Life-Balance, die ausreichend Zeit für Freunde und Familie bietet.

Die vollständige Studie steht hier zum Download.