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Wertschätzung – ein Grundbedürfnis

Illustration einer Kindes im Superheldenkostüm, auf dem Cape stehen die Begriffe Schule, Jugendhilfe und Kommune
Bild: DKJS/Sandra Bach

Mit der Online-Fachkonferenz „Was uns Mut macht. Kinder und Jugendliche persönlich wertschätzen!“, sollte unter anderem den Fragen nachgegangen werden, was Kinder und Jugendliche für ihren Lernprozess benötigen, wie (sozial-)pädagogische Fachkräfte darauf positiven Einfluss nehmen können und welche Entwicklungsschritte Schule, Jugendhilfe und Kommune dafür gehen sollten. Ein wesentliches Element im Zusammenspiel mit beteiligten Akteurinnen und Akteuren in und um Schule und nicht zuletzt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Wertschätzung. Sie ist Kern von Beziehungen und Beziehungsgestaltung wie die Bildungsbegleiterin und Psychologin Janett Triskiel (Berlin Alley) betont: „Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis. Wir teilen alle dieses Grundbedürfnis, ganz unabhängig davon, wo wir biografisch verortet sind.“

In diesem Ausschnitt ihres Beitrags erklärt Janett Triskiel zum einen, warum Wertschätzung als Grundbedürfnis gilt und zum anderen wie wertschätzendes bzw. nicht-wertschätzendes Verhalten nachhaltig unser Denken und Handeln beeinflussen.

Gründe für ein Bedürfnis
Warum ist Wertschätzung eigentlich so bedeutsam, und wieso ist sie für uns im Alltag unverzichtbar? Grundlegend hegen alle Individuen den Wunsch, gesehen zu werden „[…] als ganzer Mensch, mit allem was wir denken, fühlen und tun.“ Im Arbeitskontext etwa steht mangelnde Wertschätzung als Kündigungsgrund stets an oberster Stelle. Gleichsam „kündigen“ Menschen aber auch (in) Beziehungen, wenn sie sich nicht oder unzureichend wertgeschätzt fühlen. Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis und aus psychologischer Sicht ist dieses an zwei Grundbedingungen geknüpft. Einerseits entsteht Wertschätzung durch Beziehungen zu anderen Menschen, sie wird uns gewissermaßen durch andere gegeben. Andererseits muss der Wunsch nach Wertschätzung fortwährend gestillt werden. Einmal im Jahr mit einem zweizeiligen Lob bedacht zu werden, genügt dem Menschen nicht.

Während wir potenziell immer die Möglichkeit haben wertgeschätzt zu werden und – ganz wichtig – andere zu wertschätzen, sind die Folgen ausbleibender Wertschätzung erheblich. „Mangel an Wertschätzung erhöht Stress, vermehrt Krankheitstage, vermindert unsere Lern- und Kritikbereitschaft. Unser Engagement und unsere Kreativität nehmen ab“, erklärt Janett Triskiel.
So liegt die Conclusio auf der Hand: wer wertschätzt und wertgeschätzt wird, schafft für sich und andere Räume, stärkt Beziehungen und kann positiven Einfluss auf die Entwicklung gelingender Bildungsbiografien nehmen.