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In den Sommerferien in die Schule?!

Sommercamp
© Kirsten Sternberg, Schulsozialpädagogin, Rückenwind e.V. Schönebeck

Bei diesem Gedanken würden so einige Schülerinnen und Schüler die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Oder einen großen Bogen um die Schule machen. Oder versuchen, gar nicht an Schule zu denken. Knapp 30 Schülerinnen und Schüler aus Schönebeck sahen das anders und kamen neugierig und gespannt vom 10. bis 12. Juli in den Verein Rückenwind e.V. Schönebeck: Sie hatten sich für das dreitägige Sommercamp angemeldet.

Am ersten Tag stand ein kurzes Kennenlernen auf dem Programm: Schließlich kamen die Kinder und Jugendlichen von sechs unterschiedlichen Schulen - ein bunter Haufen und nicht jeder kannte jeden! Dann stand Nico Hilger parat. Der Breakdance-Weltmeister leitete einen Breakdance-Workshop und schaffte es im Nu, alle in seinen Bann zu ziehen und auch Tanzmuffel in Bewegung zu bringen. Verschwitzte, aber lachende und zufriedene Gesichter waren der Lohn des ersten Camptages.

Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule „Am Lerchenfeld“ startete der zweite Tag in ihrer Schule. Eine spannende Schulhausrallye wartete auf sie, die kreuz und quer durchs Schulhaus, den Schulhof und den angrenzenden Jugendclub führte. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule „Maxim Gorki“ begannen den Tag mit einer aufregenden Geocachingtour. Zum Mittag trafen sich beide Gruppen auf der anderen Seite der Elbe, am Eventhaus „Hirsch“, wo sie ihre Zelte aufschlugen. Nachmittags standen drei Workshops zur Auswahl: Steine bemalen, Crazy Picture oder Bubble Wrap Waffeln. Nach dem Grillen am Abend gab es am Lagerfeuer Stockbrot - das Feuer zog besonders die Jungs magisch an. Die Nacht in den Zelten war kurz - man hatte sich viel zu erzählen und auch Zelthopping war beliebt. Auch am zweiten Camptag stand Nico bereit, um weiter mit den Schülerinnen und Schülern an ihrer Choreografie zu arbeiten. Mit viel Bewegung und guter Musik tanzten die Jugendlichen die Müdigkeit aus sich heraus. Am Nachmittag kamen Eltern, Großeltern und Geschwister, um die Aufführung einer grandiosen Breakdance-Perfomance mitzuerleben. Bei Kaffee und Kuchen klang das Sommercamp 2018 aus.

Hinter dem Spaß steht ein ernster Hintergrund. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der Übergang von der Grund- auf die weiterführende Schule ein Knackpunkt für Schülerinnen und Schüler ist. Die damit einhergehenden Veränderungen sind nicht zu unterschätzen: neue Mitschülerinnen und Mitschüler, größere Schulen, höhere Anforderungen, mehr Leistungsdruck, mehr Schulfächer… die Liste lässt sich unendlich erweitern. Manche Kinder sind damit überfordert und brauchen lange, um in der neuen Schule richtig anzukommen. Das Sommercamp wollte einen sanften und lockeren Übergang bieten. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, durch Spiel und Spaß die Schule zu „erobern“ und zukünftige Mitschülerinnen und Mitschüler kennenzulernen: aus ihrer eigenen Klasse, aus der Parallelklasse und auch aus höheren Klassen.

Dem ersten Schultag blicken die Teilnehmenden des Sommercamps nach diesen drei gemeinsamen Tagen ganz anders entgegen: Neues ist vertrauter, Unsicheres klarer und der Schritt in die weiterführende Schule leichter. Ein Stolperstein auf dem Weg zum Schulerfolg wurde mit dem Camp aus dem Weg geräumt!

Text und Rechte: Kirsten Sternberg, Schulsozialpädagogin, Rückenwind e.V. Schönebeck