unterstützt und gefördert durch:

400 mal fitter

Illustration zweir Kinder und einer Frau, die gemeinsam an einem Tisch sitzen
Bild: DKJS/Sandra Bach

Einen Schülerrat gibt es an jeder weiterführenden Schule, das ist Gesetz. Aber wie agiert er und wie ist er wirksam? Welche Entscheidungen kann er beeinflussen? Welche Rechte und Pflichten hat er?

Die Netzwerkstelle für Schulerfolg im Saalekreis, gefördert im Rahmen des ESF- und Landesprogramms „Schulerfolg sichern“, unterstützt u.a. das freiwillige Engagement in Schulen. So lag es nahe, sich dem Thema „Schülerrat“ zu widmen – einem Gremium, das in Schulen notwendig und wichtig ist, aber manchmal zu wenig inhaltliche Anleitung erhält.

Nach einer Abfrage aller betreffenden Schulen im Saalekreis im September 2017 meldeten insgesamt 9 Schulen Unterstützungsbedarf für ihre Schülerräte an. Mit den Verantwortlichen für die Schülerräte wurden Themen für Schülerworkshops gesammelt und die konzeptionelle Arbeit begann. Die Netzwerkstelle für Schulerfolg unterstützte die Schulen nicht nur dabei, sondern half auch bei der Suche nach externen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern, die die Workshops mit den Schülerinnen und Schülern durchführten. Dafür konnten Referentinnen und Referenten des Landesschülerrates, dem Modellprojekt „Jugend für Vielfalt“ der AWO SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH, der Kreisvolkshochschule Saalekreis und dem Projekt „freistil – Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt“ der Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis gewonnen werden.

Im Februar 2018 fiel der Startschuss für die insgesamt 21 Workshops, die bis zum April 2019 an einem Gymnasium, einer Gemeinschaftsschule und sieben Sekundarschulen durchgeführt wurden. Bevor man Projekte planen kann, muss man natürlich erst einmal wissen, in welchem rechtlichen Rahmen man sich als Schülervertreterin bzw. Schülervertreter bewegt. Dies konnte durch die Mitglieder des Landesschülerrates für alle Altersgruppen – immerhin arbeiten in einem Schülerrat Vertreterinnen und Vertreter von Klasse 5 bis 12 zusammen – verständlich und praxisnah erläutert werden.

Die Schülerinnen und Schüler hatten auch die Möglichkeit, sich über Motivationen und Wünsche auszutauschen und neue Anregungen für ihre Tätigkeit im Schülerrat zu finden. Aber Motivation allein genügt natürlich nicht, um die Anliegen der Schülerschaft gut vertreten zu können. Deshalb wurden die Schülerinnen und Schüler auch hinsichtlich der Grundlagen von Kommunikation, Rhetorik und Präsentationsformen geschult.

Da das nicht nur im klassischen Frontal-Format stattfand, sondern in Form von Gruppenarbeiten, Rollenspielen und Übungen, blieben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch im Verlauf des Projektes motiviert dabei. Nachdem das Handwerkszeug aufpoliert worden war, ging es in den einzelnen Schülerräten schließlich um die konkrete Projektplanung und um Möglichkeiten, Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sowie Unterstützungsangebote zu finden.

Während der gesamten anderthalb Jahre begleitete die Netzwerkstelle für Schulerfolg die insgesamt 400 Schülerräte, verantwortliche Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. Sie koordinierte Termine, passte Bedarfe an, motivierte sowohl Verantwortliche als auch externe Begleiterinnen und Begleiter. Dadurch entstanden auch für die Netzwerkstelle für Schulerfolg neue Ideen für Projekte an Schulen, sowie für die Zusammenarbeit mit den begleitenden Vereinen, Institutionen und Gremien.

Um die Schülerräte auch künftig aktiv vor Ort unterstützen zu können, organisierte die Netzwerkstelle für Schulerfolg im Juni 2019 zudem einen Methodentag zum Thema „Interaktive Methoden zur Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen“ für die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im Saalekreis. Sie sind diejenigen, die die Schülerräte oft am intensivsten begleiten.

Die Netzwerkstelle für Schulerfolg im Saalekreis unterstützt weiterhin die Arbeit von Schülerräten und bleibt mit dem Kreis- und dem Landesschülerrat im Gespräch.