unterstützt und gefördert durch:

#Hingucker – Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona

Bild: Vivien Harms
Bild: Vivien Harms

„…, dass ich zur Schule darf.“ (Mädchen 1. Klasse)

„…, dass wir wieder miteinander spielen können.“ (Mädchen 2. Klasse)

„…, dass alle aus meiner Klasse gesund bleiben.“ (Junge 2. Klasse)

„Keine Masken mehr.“ (Junge 3. Klasse)

„…, dass es kein Homeschooling mehr gibt.“ (Mädchen 3. Klasse)

„Ich wünsche mir, dass Alles wieder wird, wie es vor Corona war. Alles wie immer!“ (Mädchen 4. Klasse)

Aussagen von Schüler:innen aus dem Fragebogen „Willkommen zurück bei den LOZZIES“

01.03.2021- DER „ERSTE Schultag“ des Jahres 2021

Heute scheint alles „WIE IMMER “, wenn man mal von ein paar „Kleinigkeiten“ absieht.

Ich betrete das Schulhaus zur gewohnten Zeit. Es ist still- WIE IMMER.

Ich gehe in mein Büro, checke meine Mails, bearbeite meine TODo´s- WIE IMMER.

Die morgendliche Bedarfserfassung im Lehrerzimmer steht an. Ich begegne denselben Kolleginnen- WIE IMMER.

Im Lehrerzimmer herrscht ein reges Kommen und Gehen. Ein Plausch hier, eine Information zu einem Kind da, eine Bitte an Schulsozialarbeit dort.- WIE IMMER.

Die Gespräche im Lehrerzimmer werden lauter, passen sich dem steigenden Geräuschpegel des angrenzenden Schulhofes an.- Das war im letzten Jahr NICHT IMMER so, doch heute klingt alles – WIE IMMER.

Der Schulhof füllt sich mit 250facher, lebendiger Vielfalt, die Kapellenstraße erklingt in gewohnter Geräuschkulisse. Die Schulglocke ertönt, das Gewusel löst sich in Ordnung auf, alle Schüler:innen stehen klassenweise zusammen und warten auf die Begrüßung ihrer Klassenlehrerin. Es ist noch schummrig und trotzdem strahlen die Grüppchen von innen heraus. Vorfreude, Aufregung, Gelassenheit und etwas Anspannung liegen in der Luft.

„Herzlich Willkommen zurück bei den LOZZIS“, ist das Motto des Tages.

Jedes Kind, wird im wahrsten Sinne des Wortes, dort abgeholt, wo es steht, in die neue alte Lernumgebung geleitet und mit einem offenen Ohr der Klassenleitung und der Klasse durch den Tag begleitet. Es gibt viel zu berichten, manche „große Kleine“ platzen fast vor Anstrengung, die es sie kostet, nicht gleich los zu quasseln.

Ich stehe im Eingangsbereich und begrüße alle Kinder mit einem strahlenden Lächeln, trotz Maske.
Mit einem kleinen Fragebogen werden Schüler:innen auch von Schulsozialarbeit wieder herzlich willkommen geheißen und erhalten die Möglichkeit die letzten Wochen zu reflektieren, Schwierigkeiten und Probleme die sie hatten, zu äußern und einen Wunsch an die Zukunft zu senden. Mit einigen Klassen fanden separate Gesprächsrunden statt.

Die Rückmeldung der Kinder war durchweg positiv. Vor allem die „Großen“ nahmen den Fragebogen als Impuls, sich innerhalb der Klasse nochmal über die vergangenen und zukünftigen Herausforderungen in Bezug auf Schule auszutauschen und zu diskutieren, was sie verändern können.Die Antworten der Schüler:innen zu der Frage: „Was wünschst DU dir für die nächsten Wochen?“ Sind Grundlage für weitere Ideen, die meine Arbeit in den nächsten Wochen gestalten werden.

Schulsozialarbeit schafft Räume zum Austausch und Wöhlfühlen

Anknüpfende Projekte sind in Planung, zum Beispiel ein „schöner Schnutenpulli-Tag“. Sehr häufig habe ich gelesen, dass sich die Kinder die Masken „wegwünschen“. Meine Idee ist, dass alle Schüler:innen und Lehrkräfte eine ihre Maske farblich gestalten und die gesamte Schule mit selbstgestalteten Masken unterwegs ist. Ich versuche allen Wünschen, auf die ich auch nur im Ansatz Einfluss habe, entgegenzukommen, um den Kindern eine Freude zu bereiten.

Schulsozialarbeit schafft Räume zum Austausch und Wohlfühlen, lebt eine stetige Kultur der offenen Tür, hält stets ein aufmerksames Ohr für Sorgen, Ängste und Nöte, oder alles, was einfach mal gesagt werden muss, bereit, zeigt Interesse und ist mit großer Freude und einem Lächeln DA-

-WIE IMMER-

Text: Vivien Harms, Schulsozialarbeiterin (Cornelius-Werk Diakonische Hilfen gGmbH)