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Starke Gemeinschaft durch Sozialtraining

Foto menschlicher Finger, auf die verschiedene Gesichter gemalt sind
Foto: ElisaRiva/pixabay.com/CC0

Die Gemeinschaftsschule „August Wilhelm Francke“ ist ein Lern-, Lehr- und Lebensort für 485 Menschen. Das sorgt gleichwohl für ein großes Maß an Diversität. Die bestehende Herausforderung hierbei: Nur durch einen konstruktiven Umgang mit dieser Diversität und die individuelle Förderung der Schüler:innen kann Bildungsgerechtigkeit erreicht werden. Um diese täglichen Herausforderungen zu meistern, unterstützt die Schulsozialarbeit der Francke-Schule Schüler:innen, Sorgeberechtigte und Lehrkräfte durch umfangreiche Beratungs- und Bildungsangebote wie z. B. systemische Beratung für alle Zielgruppen, Mitarbeit in der Schulentwicklung, Durchführung von Fortbildungen, Bildungs- und Präventionsangebote für Schülerschaft (Gewalt, Mobbing, Demokratieerziehung, Umwelt usw.), Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen mittels Sozialtrainings in den 5. Klassen, Intervention bei (Cyber-)Mobbing.

Multiprofessionalität und klarer Fokus
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Schulsozialarbeit ist die Einzelfallarbeit, bei der Schulsozialarbeit die Schnittstelle für multiprofessionelle Teams bildet. Deren Mitglieder haben häufig unterschiedliche Professionen bzw. Qualifikationsmerkmale und bestehen aus Schulleitung, Lehrkräften, Sonderpädagoginnen und -pädagogen, dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst, Jugendwerkstätten sowie Jugendhilfe. Die wichtigsten Mitglieder eines multiprofessionellen Teams sind jedoch die betroffenen Schüler:innen sowie deren Sorgeberechtigte, da diese die Expert:innen ihrer Kinder sind.

Schulsozialarbeit koordiniert all diese Professionen in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung, was für Transparenz und effizientes Zusammenspiel der Helfersysteme sorgt. In dieser Funktion ist Schulsozialarbeit ein wichtiges Bindeglied und Ansprechpartner:in im Gesamtprozess, indem sie Potenziale und Herausforderungen erkennt sowie Kräfte und Strukturen bündelt. Durch die vielfältigen Projekte und Sozialtrainings gelingt es Schulsozialarbeit, Kontakt und Vertrauen zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen.

Zusammenhalt und Lösungsorientierung durch Sozialtraining
Die Wirksamkeit von Schulsozialarbeit lässt sich gut am Sozialtraining nachvollziehen, welches eines der effektivsten Angebote der Schulsozialarbeit ist, da sehr schnell Veränderungen, Erfolge und Entwicklungen zu verzeichnen sind. Durch kontinuierliches Training in den 5. Klassen hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Schülerschaft sich in ihrer Kommunikation, dem Umgang mit Konflikten und im Klassenzusammenhalt kompetent und nachhaltig entwickelt hat. Schulsozialarbeit führt die Sozialtrainings in Anlehnung an das Systemische-Anti-Gewalt-Training durch. In dem regelmäßigen Training lösen die Schüler:innen Teamaufgaben, welche die Selbst- und Fremdwahrnehmung, eigene und fremde Gefühle, Kooperationen, die Frustrationstoleranz und das Lösen von Problemen trainieren.

Der wichtigste Baustein des Sozialtrainings ist die Reflexion der Übungen. Hier geht es darum, die Schüler:innen mit dem notwendigen Vokabular auszustatten, um Situationen, Gefühle, Ergebnisse und Erfolge einzuschätzen, Kompetenzen zu benennen und eine Vorstellung von Teamarbeit zu entwickeln. Weiterhin ist es Ziel der Reflexion, die wichtigen Erfahrungen und trainierten Kompetenzen in den (Schul-) Alltag zu übertragen. Nicht zuletzt ist Schulsozialarbeit im Sozialtraining zusätzlich als Ressourcenbeobachterin aktiv und spiegelt innerhalb der Reflexionsphase alle beobachteten Stärken und Ressourcen der Schüler:innen. Mit ihren vielfältigen Entwicklungs- und Unterstützungsmöglichkeiten steht das Sozialtraining damit sinnbildlich für die Vielfalt und Wirksamkeit der Schulsozialarbeit.