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„Cannabis - Quo vadis?“ - Der interaktive Mitmachparcours zur Cannabisprävention

NWST Mansfeld-Südharz

„Cannabis - Quo vadis?“ ist ein interaktiver Präventionsparcours, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Villa Schöpflin gGmbH, einem Zentrum für Suchtprävention aus Freiburg im Breisgau, mit Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich und der Schweiz entwickelten. Ziel ist es, mit Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren auf Augenhöhe über die umstrittene Droge Cannabis zu sprechen, sie ernst zu nehmen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie so ins Nachdenken zu bringen. In sechs Themenstationen werden wichtige Informationen vermittelt und Mythen wie „Cannabis ist gesünder als Nikotin“ korrigiert.

Frau Angelika Frenzel, Suchtpräventionsfachkraft aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz, führte am 12. Dezember 2017 eine Multiplikatorenschulung im „Happy Go“ in Sangerhausen durch, die die Teilnehmenden dazu befähigt, den Parcours eigenständig durchzuführen. Die Netzwerkstelle für Schulerfolg lud dazu Vertreterinnen und Vertreter aus dem Landkreis ein, die sich mit präventiven Angeboten an Kinder und Jugendliche richten. Der Teilnehmendenkreis bestand aus Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Erzieherinnen aus Jugendeinrichtungen, einer Mitarbeiterin des Kreis- Kinder- und Jugendrings Mansfeld-Südharz e.V. sowie einer Polizeibeamtin. Die Netzwerkkoordinatorinnen nahmen ebenfalls teil, um den Parcours weiterhin bewerben und im Bedarfsfall an Schulen vermitteln zu können.

Während der Fortbildung durchliefen die Teilnehmenden den Parcours unter Anleitung von Frau Frenzel. Ein kurzer theoretischer Input zu Beginn informierte über Wirkungen und  Wirkstoffe von Cannabis, Erscheinungsformen, Konsumarten und Auswirkungen auf die Psyche und den Körper. In der zweiten Station wurde ein Einblick in rechtliche Grundlagen gegeben, indem zwei Fallbeispiele vorgestellt wurden und die Teilnehmenden diskutierten, welche rechtlichen Konsequenzen daraus folgen könnten. Die Teilnahme der Polizeibeamtin war hier eine wertvolle Ergänzung. Die Station Nummer drei befasste sich mit Konsumerfahrungen von Jugendlichen. Mit Hilfe verschiedener Methoden wurden anonym eigene Erfahrungen, aber auch Beobachtungen und Wahrnehmungen aus dem Umfeld erfragt. Die nächste Station „Biografiekarten“ regte dazu an, Cannabiskonsum mit Lebensentwürfen fiktiver Personen in Zusammenhang zu stellen. In der fünften Station wurden verschiedene Situationen dargestellt, wie Eltern auf den Cannabiskonsum ihres Kindes reagieren könnten. Die Teilnehmenden positionierten sich dazu, wie ihre eigenen Eltern auf den Konsum von Cannabis reagiert hätten, wie sie selbst als Eltern reagieren würden und welche Reaktion sie persönlich am schlimmsten fänden. Den Abschluss des Parcours stellte ein optionales Rollenspiel zum Umgang mit problematischem Konsum dar, in dem sich die Teilnehmenden in Betroffene, in Beteiligte oder auch in eine Lehrkraft hineinversetzen konnten.

Der Parcours soll Jugendliche anleiten, verschiedene Perspektiven einzunehmen und gleichzeitig eigene Verhaltensweisen und Einstellungen zu reflektieren. Die Fortbildung wurde von den Teilnehmenden als sehr gelungen bewertet. Vor allem die abwechslungsreichen Methoden und die Interaktivität des Parcours sprachen die Gruppe an. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer planen „Cannabis - Quo vadis?“ künftig an ihrer Schule anzubieten.

Organisiert und finanziert hat die Veranstaltung das Team der Netzwerkstelle für Schulerfolg im Landkreis Mansfeld-Südharz im Rahmen des ESF- und Landes-Programms Schulerfolg sichern.