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Mit Eltern gemeinsam den Übergang gestalten: Dritter Teil der multiprofessionellen Fortbildungsreihe

Drittes Modul der vierteiligen Fortbilsungsreihe "Übergänge erfolgreich gestalten"

Die Zusammenarbeit mit Eltern als Schlüssel für die Übergangsgestaltung erkennen – darum ging es beim dritten Modul der vierteiligen Fortbildungsreihe „Gelingende Übergangsgestaltung von der KITA zur Grundschule“, das am 31. Mai 2017 in Magdeburg stattfand. Leitungskräfte aus Grundschule, Hort, Kita und Schulsozialarbeit kamen erneut an einem Tisch zusammen, um sich im 4er-Team multiprofessionell auszutauschen – diesmal zum Thema Elternarbeit. Wie können Angebote gestaltet werden, damit Eltern diese annehmen? Was ist im Umgang mit Eltern anderer Kulturen zu beachten? Wie funktioniert wertschätzende Gesprächsführung?

(Ein-)Blick in die Vergangenheit
Die Rückblicke der 4er-Teams auf die vergangenen Monate zeigten, dass sich der Austausch innerhalb der unterschiedlichen Professionen bewährt hat. Die Einrichtungen arbeiten verstärkt zusammen und es finden regelmäßig gegenseitige Besuche statt. Das Team aus Anhalt-Bitterfeld hat ein Projekt initiiert, das Kindern bereits vor Eintritt in die Schule die Möglichkeit bietet, Schulsozialarbeit kennenzulernen – ein tolles Beispiel einer gelingenden multiprofessionellen Übergangsgestaltung. Im anschließenden Impuls „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern erfolgreich gestalten“ ließ Ursula Günster-Schöning die Teilnehmenden an ihren langjährigen Erfahrungen als Trainerin und Coach für pädagogische Teams teilhaben und bot ein Potpourri an Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Eltern.

Respekt für jedes Kind und jede Familie
Die größte Herausforderung für pädagogische Fachkräfte sieht Frau Günster-Schöning darin, in der eigenen Einrichtung vorurteilsbewusst zu handeln. Eltern sind längst keine homogene Gruppe mehr, sondern vielfältig und unterschiedlich. Für eine gute Zusammenarbeit ist es daher umso wichtiger, dem anderen das Gefühl zu geben: „Ich versteh dich. Ich lass mich auf dich ein“. Man wird Eltern nicht ändern können, sondern muss diese nehmen, wie sie sind. Das zu verinnerlichen und umzusetzen sei eine große Leistung und ein wichtiger Schritt in Richtung gelingender Bildungspartnerschaften. Das Arbeiten mit Eltern aus anderen Kulturen ist zwar herausfordernd, aber durchaus möglich, wie zahlreiche Beispiele der Referentin zeigten: Um Eltern zu erreichen, sollte auf niedrigschwellige Angebote wie gemeinsames Kochen oder Spielenachmittage zurückgegriffen werden. Aber auch ein Monatsmotto oder Symbole, die sich durch die unterschiedlichen Einrichtungen (Kita, Hort und Schule) ziehen, können zu Verständnis und Vertrauen beitragen: Eltern lernen, dass die Systeme zusammenhängen und die Kinder fühlen sich in der neuen Umgebung vertraut.

Am Nachmittag erwarteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drei Workshops, die den Umgang mit Eltern in den Blick nahmen. Ursula Günster-Schöning griff das Thema „Sprachbildung und Mehrsprachigkeit in der Elternarbeit“ auf. Wichtig für den Umgang mit Eltern aus anderen Kulturen sei es, Gemeinsamkeiten zu finden und gleichzeitig unterschiedliche Wege zuzulassen. Man sollte miteinander sprechen aber den Eltern auch zuhören. In Bezug auf Sprachbarrieren ist es oftmals hilfreich, mit Bildern zu arbeiten und sich dadurch im und über den Alltag zu verständigen; beispielsweise könnten Abläufe in der Einrichtung oder der Speiseplan bebildert werden. Zudem gibt es in Magdeburg ein breites Spektrum an Übersetzungsdienstleistern, um wichtige Informationen wie Elternbriefe in verschiedenen Sprachen verfassen zu können.

Wencke Thiemann vom Programm ELTERN-AG der MAPP Empowerment GmbH beschäftigte sich in ihrem Workshop mit „motivierender und wertschätzender Gesprächsführung mit Eltern“. Sie betonte, dass pädagogische Fachkräfte weniger appellieren, sondern vielmehr sachlich und empathisch kommunizieren sollten. Zudem ist es wichtig, eine Beziehung zu den Eltern aufzubauen, um vertrauensvoll miteinander sprechen zu können.

Ohne Wertschätzung geht es nicht
Franziska Liphardt-Lange, ebenfalls Mitarbeiterin der ELTERN-AG, ging in ihrem Workshop auf „Erfolgsfaktoren gelingender Elternarbeit“ ein, die sie in ihrer langjährigen Arbeit mit sozial benachteiligten Eltern erfahren durfte. Eltern auf Augenhöhe zu begegnen und sie in der Zusammenarbeit zu bestärken („empowern“), sollte Ziel der pädagogischen Arbeit sein. Dazu ist Wertschätzung und Empathie von Nöten. Für die Arbeit mit Gruppen eignen sich homogene Gruppen besser, denn Eltern öffnen sich anderen eher, wenn sie sich verstanden fühlen. Zudem sollten Angebote so gestaltet sein, dass sowohl Eltern als auch die pädagogischen Fachkräfte Freude daran haben.

Nicht nur Freude, sondern viele Anregungen für ihre praktische Arbeit nahmen die Teilnehmenden mit nach Hause: „Ich bin froh, heute hier gewesen zu sein. Ich habe viele Tipps bekommen und wir haben den Austausch im Team genutzt.“