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Neue Studie zeigt: viele Schüler:innen wollen erst arbeiten, statt Ausbildung zu beginnen

Erst die Arbeit, dann die Ausbildung – so lassen sich grob einige Ergebnisse der Jugendbefragung „Ausbildungsperspektiven 2025“ der Bertelsmann Stiftung umschreiben. Laut Untersuchung möchte jede:r fünfte Schüler:in Deutschland nach der Schule erst einmal arbeiten, anstatt eine formale Berufsausbildung aufzunehmen. Auffallend dabei: Besonders häufig trifft das auf Schüler:innen mit niedrigem Schulbildungsniveau zu. Zudem äußert mehr als ein Viertel aller befragten jungen Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren, dass das Motiv, direkt zu arbeiten, für sie gegen die Aufnahme einer Ausbildung spricht. 

Gleichzeitig lassen sich aus den Ergebnissen hilfreiche Lösungsansätze ableiten. Befragte mit niedriger Schulbildung sahen für ihre Probleme bei der Ausbildungsplatzsuche vor allem Hürden beim Schreiben von Bewerbungen als ursächlich an oder das Fehlen geforderter Qualifikationen. Helen Rank, Mitautorin der Studie und Expertin für berufliche Bildung, stellt dazu fest: „Um junge Menschen beim nachschulischen Übergang optimal zu unterstützen, müssen die entsprechenden Angebote auf die individuellen Schwierigkeiten und Probleme der jungen Menschen zugeschnitten sein.“ Diese Unterstützung kann etwa durch Ansprechpartner:innen außerhalb der Schule erfolgen, z.B. Begleiter:innen für den Übergang von Schule in den Beruf oder Berater:innen der Arbeitsagenturen. 

Mangel an Orientierung und Zweifel an Chancen
Auch bei Befragten mit höherer Schulbildung zeigen sich Auffälligkeiten. So fällt es vielen von ihnen schwer, sich angesichts der Fülle an Informationen zur Berufswahl zurechtzufinden. Hierin sehen die Autor:innen einer der wichtigsten Gründe dafür, warum die Befragten hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft noch vielfach unentschlossen sind. Aus Sicht der Befragten müsse es, insbesondere in den Schulen, mehr Angebote zur Berufsorientierung geben, vor allem in Form persönlicher Beratung. 

Dabei ist die Gesamtsituation gar nicht einmal so schlecht. Viele junge Menschen sehen die Ausbildung weiterhin als beliebtesten Bildungsweg nach dem Schulabschluss – 43 Prozent der befragten Schüler:innen streben eine Ausbildung an, 40 Prozent möchten auf jeden Fall studieren. Bemerkenswert hieran: 
Von den Schüler:innen mit niedriger Schulbildung können sich sogar fast neun von zehn Befragten grundsätzlich vorstellen, in Zukunft eine Ausbildung zu beginnen. Dieser Motivation stehen allerdings auch Zweifel gegenüber, glaubt doch mehr als ein Drittel (35 Prozent) dieser Gruppe nicht daran, einen Ausbildungsplatz bekommen werden. 

Nicht nur vor diesem Hintergrund – laut Berufsbildungsbericht besaßen 2023 rund 19 Prozent der 20- bis 34-Jährigen keinen Berufsabschluss, das entspricht 2,86 Millionen Menschen – fordern die Autor:innen der Studie: „Deshalb ist es wichtig, gerade junge Menschen mit niedriger Schulbildung am Übergang von der Schule in den Beruf bedarfsgerecht zu unterstützen und ihnen konkrete Ausbildungsperspektiven aufzuzeigen."

Weitere Informationen sowie die Studie zum Nachlesen finden Sie hier.