Wie nutzen Kinder und Jugendliche in Deutschland Medien, welche Erfahrungen machen sie dabei und welche Bedarfe ergeben sich für sie? Mit diesen Fragen setzt sich die EU Kids Online-Befragung auseinander, in unter anderem auch 1.044 Kinder und Jugendliche in Deutschland im Alter von 9 bis 17 Jahren befragt wurden. Im Zentrum der Untersuchung standen die Art von Medien/Kanälen, die Nutzungshäufigkeit, Nachrichteninteresse, Nachrichtenquellen sowie Unterstützungsbedarfe.
Favorit Smartphone
Die Mehrheit, genauer 67 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen, gab an, dass das Smartphone für sie das Gerät der Wahl ist, wenn es um Informationsbeschaffung geht. Computer oder Laptop sowie Tablet folgen mit 16 bzw. 5 Prozent in großem Abstand. Durchschnittlich 2,4 Stunden sind die Kinder und Jugendlichen pro Tag online. Dabei steigt die Nutzungsdauer mit zunehmendem Alter an. Während die 9- bis 11-Jährigen 1,4 Stunden online sind, sind es bei den 12- bis 13-Jährigen schon 2,4 Stunden, bei den 15- bis 17-Jährigen 3,4 Stunden pro Tag.
Wenn Nachrichten, dann eher weich
Obwohl affin zu Onlinemedien und entsprechenden Geräten stehen Nachrichten für Kinder und Jugendliche keineswegs im Mittelpunkt. So gaben insgesamt 39 Prozent an, niemals Nachrichten zu konsumieren. Tägliche Nachrichtennutzung setzt merklich erst bei den 15- bis 17-Jährigen ein, bei denen dies 16 Prozent angaben. Wenn Nachrichten gesehen, gelesen oder geteilt werden, sind dies bei den Heranwachsenden eher sogenannte soft news, das heißt Informationen über Stars, Lifestyle und Kuriositäten. Dahingegen spielen hard news, sprich internationale Nachrichten, politische Nachrichten und Nachrichten mit regionalem Bezug sowie Gesundheits- und Bildungsthemen eine weniger bedeutende Rolle.
Distanz zu politischem Geschehen
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Wahrnehmung politischer Themen. So hat nur ein Fünftel der Befragten den Eindruck, über die wichtigsten politischen Themen gut informiert zu sein. Ähnlich hoch oder niedrig ist der Anteil derer, die äußern, politische Diskussionen gut verstehen zu können (21%). Gleichzeitig bemüht sich Politik nach Einschätzung der Kinder und Jugendlichen kaum um engeren Kontakt. Lediglich 10 Prozent sehen hier eine entsprechende Hinwendung.
Medienpädagogik=Regelvermittlung
So zumindest lesen sich die Antworten Kinder und Jugendlicher, wenn es darum geht, inwiefern Schule bei medialer Bildung und Entwicklung unterstützt. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) bemerkt, dass in der Schule vorrangig Regeln vermittelt werden, was Kinder und Jugendliche im Internet machen dürfen und was nicht. 26 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen erklärt wurde, weshalb bestimmte Dinge im Internet gut oder schlecht seien. Hingegen gaben nur 12 Prozent an, dass Sie in der Schule dazu ermuntert werden, im Internet Neues zu entdecken oder zu erlernen.
Die vollständige Auswertung zur digitalen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen finden Sie hier.
