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Fachforum zum Thema Kooperationen

Handlungsfelder der Schulsozialarbeit
#Partizipation #Kooperationen

Am 07. Februar 2025 fand im Haus der Jugend in Hettstedt das „Fachforum Schulsozialarbeit - Kooperation von Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit im Landkreis Mansfeld-Südharz“ statt.

Das Fachforum bot den teilnehmenden Schulsozialarbeiter:innen, Lehrer:innen und Akteur:innen der offenen Jugendarbeit die Gelegenheit, sich intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, wie eine enge Zusammenarbeit zwischen den Bereichen gewinnbringend gestaltet werden kann. Ziel des Forums war es, dass die Teilnehmenden mit einer in der Gruppe entwickelten Projektidee aus der Veranstaltung gehen und die Netzwerkstelle diese Ideen in der Umsetzung unterstützen und begleiten kann. Durch den Tag begleiteten Anne Müller-Steglich, Geschäftsführung des Kreis-Kinder-und-Jugendrings Mansfeld-Südharz e.V. und  Peter Hahmann, Netzwerkkoordinator für das Programm Schulerfolg sichern im Landkreis.

Best Practice: Kooperation als Gewinn für alle

Den Auftakt zur Veranstaltung bildete ein Impulsvortrag von Jürgen Frenzel (Kreis- Kinder- und Jugendring Mansfeld-Südharz e.V.), der die Vorteile einer engen Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit hervorhob. Er betonte, dass diese Kooperation ein gemeinsames Verständnis von sozialer Arbeit fördert und eine starke Lobby für junge Menschen und die eigene Profession schafft. „Prävention statt Intervention“ sei hier der Leitgedanke, der als der gesellschaftliche Mehrwert in den Vordergrund gesetzt werden kann. 

Auch Sabine Schneider (Leiterin des Jugendamts im Landkreis Mansfeld-Südharz) unterstrich in ihrem Redebeitrag die Notwendigkeit, bestehende Strukturen langfristig zu verstetigen und weiterzuentwickeln. Sie verband diesen Appell mit einem vom Herzen kommenden Dank an die Anwesenden für ihr tägliches Engagement.

Im ersten Teil des Fachforums wurden zudem Praxisprojekte vorgestellt, die beispielhaft zeigen, wie Kooperationen zwischen Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit erfolgreich gestaltet werden können:

AG Spurensuche  (Martin Zimmermann, aktuell SSA der GTS „Anne Frank“ Hettstedt): Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule „Am Salzigen See“ setzen sich in einer wöchentlichen AG mit der Geschichte der NS-Zeit auseinander. In Zusammenarbeit mit externen Partnern wurden Gedenktafeln zur Erinnerung an die Opfer eines Todesmarsches des ehemaligen KZ-Außenlagers Wansleben erstellt. Unterstützt wurde das Projekt von Demokratie leben! und Openion – Bildung für eine starke Demokratie.

Perspektive Praxis (BBI - Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH): Dieses Projekt unterstützt schulpflichtige Jugendliche, die nicht regelmäßig zur Schule gehen und im Rahmen der schulischen Möglichkeiten auch nicht dazu bewegt werden können, durch individuelle Förderung, Kompetenzfeststellung und sozialpädagogische Begleitung mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den Schulalltag.

Arbeitsphase: Entwicklung konkreter Projektideen

In der zweiten Phase des Fachforums arbeiteten die Teilnehmenden in sozialräumlichen Gruppen, um gezielt Kooperationsansätze zwischen Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit zu entwickeln. Zunächst tauschten sie sich über die aktuellen Bedarfe und Herausforderungen in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern aus.

Die Gruppen diskutierten, wie sich bestehende Ressourcen optimal bündeln lassen, um langfristig tragfähige und wirkungsvolle Projekte zu etablieren. Dabei standen praxisnahe Lösungsansätze im Vordergrund: Welche bestehenden Kooperationen, Methoden und Ansätze haben sich bereits bewährt? Wo gibt es Hürden und wie können diese überwunden werden? Welche „Rückenwindfaktoren“ (d.h. Faktoren, die für die Zielgruppe als besonders attraktiv wahrgenommen werden) können aktiviert werden? 
Aus diesen Überlegungen entstanden konkrete Projektideen, die an den spezifischen Bedürfnissen der jeweiligen Sozialräume ausgerichtet sind.

Vorstellung der Ergebnisse:

  • Sozialraum Eisleben: Entwicklung eines „Jugger“-Projekts, das Kinder und Jugendliche über aktive, kreative Beschäftigung und Eventsport spielerisch in soziale Gruppen integriert. Ziel ist es, durch regelmäßige Trainings und Turniere den Teamgeist und die sozialen Kompetenzen der Teilnehmenden zu stärken. Geplant sind Kooperationen mit Stabil, dem Kreissportbund, Berufsbildende Schule, Kreis- Kinder- und Jugendring und weiteren Schulen, um das Projekt nachhaltig in der Region zu verankern.
     
  • Sozialraum Hettstedt: Die Teilnehmenden konzipierten ein sozialräumliches „thematisches Elterncafé“, das Elternhäuser aller Schulen im Stadtgebiet zusammenbringen soll. In einem offenen, regelmäßigen Austauschformat können Eltern, Schulsozialarbeiter:innen, Lehrkräfte und Akteure der offenen Jugendarbeit miteinander ins Gespräch kommen. Themen wie Medienerziehung, Konfliktbewältigung oder Übergangsgestaltung sollen in einem niederschwelligen Rahmen behandelt werden.
     
  • Sozialraum Südharz/Goldene Aue: Unter dem Arbeitstitel „Sport verbindet“ entwickelten die Teilnehmenden ein Konzept für ein gemeinsames Sportangebot in Zusammenarbeit mit Schulen, der Jugendkoordination, dem Kreissportbund und weiteren Vereinen. Neben sportlichen Aktivitäten soll das Projekt gezielt den Gemeinschaftssinn und demokratische Werte fördern.

Fazit und Ausblick

Das Fachforum Schulsozialarbeit 2025 hat deutlich gemacht, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit für junge Menschen im Landkreis ist. Die entwickelten Projektideen bieten vielversprechende Ansätze, die nun weiter konkretisiert werden. In den kommenden Monaten bleibt der Austausch zwischen den Beteiligten bestehen, um die Konzepte weiterzuentwickeln und mögliche Umsetzungswege auszuloten.

Ein weiteres Fachforum ist für die zweite Jahreshälfte 2025 geplant, um die möglichen Fortschritte der Ideen zu reflektieren und neue Impulse für die Kooperation zu setzen.