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Halle (Saale): Schulsozialarbeit trifft Politik

Mehrere Frauen und Männer, die an einem Tisch sitzen und gemeisam inhaltliche Fragen diskutieren und Ergebnisse niederschreiben

Foto: © Stadt Halle (Saale); Netzwerkstelle „Schulerfolg für Halle“

Schulsozialarbeit muss verankert werden. Ein Austausch am 22.05.2019 in Halle (Saale) unterstützt dieses Ziel.

Wie kann es gelingen, Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt dauerhaft zu verstetigen? Welche fachlichen Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit Schulsozialarbeit wirkungsvoll agieren kann? Diese und weitere Fragen erörterten am 22.05.2019 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter gemeinsam mit Politikerinnen und Politikern sowie dem Vorsitzenden des Stadtschülerrates im Stadtmuseum in Halle (Saale).

Der Stadtschülerrat der Stadt Halle (Saale) lud in Kooperation mit der Netzwerkstelle „Schulerfolg für Halle“ zu Gesprächen über die Fortführung und Entwicklung von Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt ein. Rund 40 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter der Stadt Halle sowie sechs Politikerinnen und Politiker folgten der Einladung. Unter den Vertreterinnen und Vertreter der Politik waren Dennis Helmich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Bernhard Bönisch (CDU), Katrin Brademann, Swen Knöchel, Hendrik Lange (DIE LINKE) sowie Dr. Andreas Schmidt (SPD).

Erhalt der Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit
Schulsozialarbeit wirkt, indem sie die Schülerinnen und Schüler sowie die pädagogischen Fachkräfte unterstützt, Schule zu einem Ort des Angenommen sein und Wohlfühlen zu entwickeln. Darüber hinaus initiiert Schulsozialarbeit Angebote, um einen Schulabbruch zu verhindern. Diese und weitere Wirkungen von Schulsozialarbeit wurden durch die Ergebnisse der Befragung von 127 Schulleitungen im Land Sachsen-Anhalt deutlich, die als Auftakt der Veranstaltung von der Netzwerkstelle „Schulerfolg für Halle“ vorgestellt wurden. Die Befragung realisierte der Träger St. Georgen in Kooperation mit der Berufsbildenden Schule „Gutjahr“ Halle (Saale).

An vier Thementischen kamen Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch. Im Fokus der Diskussionen standen die fachlichen Rahmenbedingungen sowie die Qualitäts- und Fachstandards für Schulsozialarbeit. Wichtige Aussagen waren unter anderem:

Rahmenbedingungen für eine gute Praxis in der Schulsozialarbeit

  • Die Anbindung sowie die Dienst- und Fachaufsicht der Schulsozialarbeit sollte bei den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe bleiben, da so eine unabhängige Arbeit mit den Lehrkräften und Sorgeberechtigten sowie ein neutraler Blick möglich ist.
  • Da Bindungsarbeit ein Grundpfeiler für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, sollte von einer mobilen Schulsozialarbeit abgesehen werden. Zudem setzt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern, Sorgeberechtigten und Lehrkräften Personalkontinuität voraus, weshalb Schulsozialarbeit aus der Projektförderung herausgeführt werden muss

Qualitäts- und Fachstandards in der Schulsozialarbeit

  • Als Schulsozialarbeiterin und Schulsozialarbeiter wird eine Hochschulausbildung benötigt, da komplexes, schnelles und vorausschauendes Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen sowie deren Sorgeberechtigten einen hohen Qualitätsanspruch hat.
  • Schulsozialarbeit sollte weiterhin als unabhängige Fachprofession anerkannt werden, da es für Kinder und Sorgeberechtigte wichtig ist, dass es eine neutrale und unabhängige Person gibt, die sich um die Belange der genannten Personenkreise kümmert. Schulsozialarbeit dient nicht der Unterrichtsversorgung.


Politik sichert Schulsozialarbeit Unterstützung zu
Ein zentrales Ziel der Veranstaltung war es, den Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik die Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag der Schulsozialarbeit näher zu bringen. An den Gesprächsrunden wurde eindrücklich geschildert, wie Schulsozialarbeit wirkt. Für Sorgeberechtigte, Schulleitung sowie Kinder und Jugendliche sind die sozialpädagogischen Fachkräfte wichtige Vertrauenspersonen am Ort Schule. Es wurde deutlich, dass die oben geschilderten Rahmenbedingungen und Fachstandards grundlegend sind, um die Qualität in der Schulsozialarbeit dauerhaft zu sichern.

Schlussendlich waren sich alle Seiten einig, dass Schulsozialarbeit viel bewirken kann, sowohl in der Schule als auch im Sozialraum. Schulsozialarbeit sollte erhalten bleiben. An den Schulen, die bisher noch keine Schulsozialarbeit anbieten, sollte, unter Berücksichtigung der oben genannten Rahmenbedingungen, Schulsozialarbeit eingeführt werden. Die Politikerinnen und Politiker nahmen dankbar die Argumente der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter entgegen und äußerten, dass sie versuchen, in weiteren Gremien Schulsozialarbeit zu unterstützen und dies mit den Argumenten zu begründen, die sie in den Gesprächen erfahren haben.

Die Initiatorinnen und Initiatoren danken besonders allen anwesenden Politikerinnen und Politikern, welche sich die Zeit nahmen, die Erfahrungen der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter kennenzulernen. Ein weiterer Dank geht an den Stadtschülerrat für die wundervolle Verpflegung und die Einladung. Die Netzwerkstelle „Schulerfolg für Halle“ übernahm die Planung und Koordination sowohl in der Vorbereitung als auch während der Veranstaltung.