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Jugend. Politisch. Programm.

Illustration einer Person, die über Optionen nachdenkt

Bild: mohamed_hassan/pixabay.com/CC

Die Landesregierung verabschiedet das Jugendpolitische Programm, das die Jugendpolitik in Sachsen-Anhalt maßgeblich bestimmen und entwickeln soll

In diesen Tagen hat die Landesregierung das gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitete Jugendpolitische Programm verabschiedet und legt damit eine Strategie für eine eigenständige Jugendpolitik im Land Sachsen-Anhalt vor. Ein wegweisender Schritt, denn 259.000 Sachsen-Anhalter:innen sind zwischen 12 und 27 Jahren alt (ca. 12 Prozent der Gesamtbevölkerung) und gegenwärtige politische Entscheidungen können weitreichende Konsequenzen für die Zukunft dieser Generation haben. Mit dem Jugendpolitischen Programm soll nun der Dialog zwischen der Landesregierung und jungen Menschen in Sachsen-Anhalt gestärkt werden, die sich mehr Mitbestimmung in gesellschaftlichen Prozessen wünschen und als Expert:innen in eigener Sache in Entscheidungen einbezogen werden wollen.

Basis des Programms ist die Befragung von ca. 2.600 Jugendlichen zu ihrer Lebenssituation im Zuge des „7. Kinder- und Jugendberichts 2018“. Die Ergebnisse wurden im Projekt „Jugend Macht Zukunft“ des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt e. V. als Hinweise, Anregungen und Forderungen formuliert, wie die Lebensrealität der jungen Menschen verbessert werden kann. Auch das Landeszentrum „Jugend+Kommune“ diskutierte mit Jugendlichen zur Dialogstruktur zwischen Politik, Verwaltung und der jungen Generation. Anregungen wurden mit dem Kinder- und Jugendring sowie allen Ressorts der Landesregierung in jugendpolitische Schwerpunkte überführt. Um den verschiedenen Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden, ist das verabschiedete Programm als dynamischer Prozess angelegt, in dessen Rahmen die Umsetzung, aber ebenso neue Strategien regelmäßig verhandelt werden müssen.

Erkenntnisse des Jugendpolitischen Programms
Aus den genannten Umfragen und Austauschen lassen sich zahlreiche Erkenntnisse ableiten, die für die strategische Entwicklung des Programmes maßgeblich sein werden. So muss etwa eine gelingende Beteiligung von Jugendlichen nicht nur ermöglicht, sondern auch erlernt werden. Im Sinne einer breit angelegten Demokratiestärkung soll deshalb die Teilhabe entlang der Bildungskette Kita, Schule, Berufs- und Hochschule nachhaltig gestärkt werden.

Auch die Förderung ehrenamtlichen Engagements ist hier zu nennen. 93% der im Kinder- und Jugendbericht Befragten erklärten sich bereit, sich künftig ehrenamtlich zu betätigen. Verbesserte Rahmenbedingungen, wie erleichterte Zugänge zum Engagement, sollen diese 93% auch in der Praxis mobilisieren. Gleichsam wird die Notwendigkeit gesehen, politische Bildung und entsprechende Angebote zu fördern, um Hass im Netz, Radikalisierungsprävention oder Antisemitismus zu begegnen und die Identifikation mit demokratischen Werten zu stärken.

Im Bereich der schulischen Bildung und beruflichen Qualifizierung liegt die bedarfsgerechte Schulversorgung im Fokus. Schulsozialarbeit wird als unverzichtbare Unterstützung angesehen. Um Bildungs- und Berufsziele zu erreichen, wünschen sich Jugendliche zudem eine Verbesserung der Lehr- und Ausbildungsqualität sowie einen mit Berufsorientierungsangeboten flankierten Übergang von Schule in den Beruf.

Weitere Informationen, unter anderem das vollständige Programm, finden Sie hier.