unterstützt und gefördert durch:

Schulbarometer 2026

Handlungsfelder der Schulsozialarbeit
#Schulentwicklung #Kooperationen
Leitziele der Koordinierungsstelle
Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

Lehrkräfte an deutschen Schulen sehen wachsende Herausforderungen

Demokratiebildung. Künstliche Intelligenz. Das Verhalten von Schüler:innen. Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung sind dies für Lehrkräfte im Alltag die wesentlichen Herausforderungen. Auffallend ist dabei, dass für nahezu jede zweite Lehrkraft (46 Prozent) im Verhalten ihrer Schüler:innen die größte berufliche Belastung liegt, wobei dieser Wert im Laufe der vergangenen Jahre fortlaufend angestiegen ist. Waren es 2024 noch 35 Prozent, ergab die Umfrage 2025 schon 42 Prozent. Jetzt also 46. Dabei handelt es sich den Angaben der Lehrkräfte nach nicht alleinig um Disziplinlosigkeiten. Viele Kinder und Jugendliche hätten etwa Mühe, sich in eine Gruppe einzufügen (25 Prozent) oder können sich nur schwer zum Lernen motivieren (13 Prozent). Im Bewusstsein, dass bei Schüler:innen auch Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Selbstorganisation oder kritisches Denken gefördert werden müssen, sind 82 Prozent der Befragten bereit, sich in diesem Bereich weiterzubilden. Allerdings sieht sich mehr als ein Drittel der Lehrkräfte (36 Prozent) dabei auf sich allein gestellt.

Dr. Katharina Thoren, Bildungsexpertin der Robert Bosch Stiftung, sieht in der herausfordernden Lage aber auch Chancen: „Das große Interesse an Fortbildungen ist eine echte Chance, die wir nutzen sollten, um Lehrkräfte beim Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen gezielt zu stärken. Aber das reicht nicht aus. Schulen brauchen dringend multiprofessionelle Teams – also mehr Fachleute wie Sozialarbeiter:innen oder Schulpsycholog:innen, aber auch Unterstützung durch Verwaltungskräfte und IT-Spezialist:innen –, damit Lehrkräfte sich wieder voll auf das konzentrieren können, was ihre eigentliche Aufgabe ist: guten Unterricht.“

Unsicherheiten beim Neutralitätsgebot
Obschon Demokratiebildung zu den zentralen Aufgaben von Schule zählt, bemerken zahlreiche Lehrkräfte in diesem Bereich Nachholbedarf. 48 Prozent sind der Auffassung, dass die eigene Schule in diesem Bereich mehr tun sollte. An Schulen in sozial schwierigen Lagen sind sogar 54 Prozent dieser Meinung. Als Hauptgründe dafür nennen sie fehlende Zeit und zu wenig Fachwissen im Kollegium. Neu, aber schwerwiegend sind die Rückmeldungen, dass Lehrkräfte sich im Umgang mit politischen Äußerungen unsicher fühlen: Fast jede fünfte Lehrkraft (18 Prozent) empfindet durch das Neutralitätsgebot Einschränkungen. Hier fällt auf, dass ein Viertel der Befragten (27 Prozent) aufgrund des Neutralitätsgebotes annimmt, die eigene politische Meinung im Unterricht grundsätzlich nicht äußern zu dürfen.

Bildungsexpertin Dr. Katharina Thoren ordnet ein: „Lehrkräfte müssen hier eine klare Rolle einnehmen können. Ihr Auftrag ist es nicht, neutral zu sein, sondern auf der Grundlage unseres Grundgesetzes Haltung zu zeigen. Dafür brauchen sie Rückendeckung – von Schulleitung, Schulaufsicht und Schulbehörde. Und natürlich auch gutes Lehrmaterial und professionelle Beratung, die ihnen im Alltag weiterhilft.“

Mehr künstliche Intelligenz
Neue Ergebnisse zeigen sich auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz. So hat sich der Anteil der Lehrkräfte, die mehrmals pro Woche mit KI arbeiten, von 11 Prozent im vorigen Jahr auf jetzt 25 Prozent mehr als verdoppelt. Nahezu die Hälfte (48 Prozent) der Lehrkräfte fühlt sich inzwischen sicher im Umgang mit den KI-Tools. Vorzugsweise erfolgt der Einsatz von KI beim Erstellen von Aufgaben (64 Prozent) und bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent). Demgegenüber sieht jedoch mehr als die Hälfte der Lehrkräfte (52 Prozent) Bedarf an Fortbildungen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Die komplette Studie steht hier zum Download.