unterstützt und gefördert durch:

Fachtag der landesweiten Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern zum Thema Schulabsentismus

Foto von drei Personen in einer Interviewsituation

Foto: © DKJS

Welche Möglichkeiten haben Regionen, Schulabsentismus entgegenzuwirken? Antworten gab die jüngste Veranstaltung der landesweiten Koordinierungsstelle am 23. Oktober

Schulabsentismus frühzeitig, vernetzt und nachhaltig zu begegnen, hilft Kindern und Jugendlichen nicht nur, Schulerfolg zu erleben, sondern auch selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten. Wie Regionen dies bestmöglich unterstützen, war die Kernfrage der Veranstaltung „SCHULABSENTISMUS ENTGEGENWIRKEN! Was können Regionen tun, wenn Kinder der Schule fernbleiben?“, die am 23. Oktober in Magdeburg stattfand. Ca. 80 Teilnehmende aus 9 Landkreisen und 3 kreisfreien Städte tauschten sich hier in verschiedenen Gruppenzusammenstellungen aus, wie die zahlreichen Institutionen, Akteurinnen und Akteure vor Ort bestmöglich kooperieren können, um Kinder und Jugendliche auf dem Weg (zurück) in Schule zu begleiten.

Ecken, die etwas zu sagen haben
Um die Teilnehmenden auf die – im Vordergrund stehenden – Arbeitsphasen einzustimmen, wurde zu Beginn der Veranstaltung aus fünf verschiedenen Perspektiven ein Blick auf Schulabsentismus geworfen. Hierzu wurden in den vier Ecken des Veranstaltungssaals  die Sprecherinnen und Sprecher, Delia Göttke vom Landesverband für Kriminalprävention und Resozialisierung Sachsen-Anhalt, Martin Saupe vom Allgemeinen Sozialen des Landkreises Oder-Spree Dienst, Mandy Rauchfuß, Schulleiterin der Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine in Halle, sowie Katharina Bertram und Alex vom Lernzentrum Bernburg des Rückenwind Schönebeck e.V. platziert, die in kurzen Interviews ihre jeweilige Sicht auf Schulabsentismus vorstellten. Diese vier „Speakers Corners“, die – wie individuelle Wohnräume eingerichtet – , auch für die individuellen Erfahrungen und Themenbereiche von Schulabsentismus stehen, wurden durch Nicole Brinkmann, Bildungsmanagerin im Lahn-Dill-Kreis ergänzt, die – per aufgezeichnetem Videotelefonat – ihre Arbeit in Familienklassen vorstellte.

Auf diese Weise sollten die zahlreichen Facetten von Schulabsentismus, aber auch die Möglichkeiten und Anforderungen, die eine effektive Begegnung von Schulabsentismus bedingt, aufgezeigt werden. Insbesondere das Interview mit dem Schüler Alex, der ein halbes Jahr nicht mehr zur Schule ging und der mit tatkräftiger, pädagogischer Unterstützung seinen Weg über ein alternatives Beschulungsangebot fand und die Schule letztlich erfolgreich abschloss, unterstrich, wie bedeutsam vernetzte Arbeit ist und welche Potenziale sie bietet.

Perspektivenwechsel
Daran knüpfte unter dem Titel „Blick in die Regionen“, die erste Arbeitsphase an, in der sich die verschiedenen Fachbereiche der jeweiligen Landkreise und Städte unter strukturellen Gesichtspunkten über die Arbeit rund um Schulabsentismus austauschten. Nach Abschluss dieses Abschnitts, wurden die einzelnen Gruppen der Teilnehmenden neu gemischt. Nun ging es nicht mehr darum, sich mit dem Thema auf lokaler Ebene zu befassen, sondern hinsichtlich der jeweiligen Profession. Dabei wurden vor allem generelle Ansätze und Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

Zukunft nach der Pause
Mit der Pause zur Halbzeit der Veranstaltung wurde der zweite Veranstaltungsteil eingeläutet. Dieser fand wieder in der ursprünglichen Gruppenzusammensetzung statt und diente vor allem der Konkretisierung von Lösungsansätzen und der Absprache von künftigen Vorhaben in den jeweiligen Regionen. Um den überregionalen Austausch und gleichsam die Entwicklung von Ideen zu fördern, wurden die Ergebnisse der Gruppenarbeit zum Abschluss der Veranstaltung wechselseitig den anderen Teilnehmendengruppen vorgestellt.

Was also können Regionen tun, um effektiv Schulabsentismus zu begegnen? Sich vernetzen, kommunizieren, gemeinsam Hürden abbauen und weiter ihre Visionen verwirklichen! Denn das zeigte die Veranstaltung deutlich: es gibt viele gute Ideen und Ansätze, die es wert sind, verfolgt zu werden – für die selbstbestimmte Zukunft der Kinder und Jugendlichen im Land.