unterstützt und gefördert durch:

#wirmachendas²

Foto bunter Spielfiguren auf weißem Untergrund

Bild: geralt/pixabay.com/CC

Bericht zum Fach- und Forderungstag des Aktionsbündnisses „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“ in Magdeburg

Schulsozialarbeit steht für gesellschaftliche Verantwortung und ist tragende Säule für die Gestaltung erfolgreicher Bildungsbiografien von Kindern und Jugendlichen. Schulsozialarbeit schafft Vertrauen und gibt Sicherheit. Das bedingt jedoch auch Sicherheit für die Akteurinnen und Akteure in und um Schulsozialarbeit. Unter dem Titel #wirmachendas² – Schulerfolg für Sachsen-Anhalt lud deshalb am 19. Februar das Aktionsbündnis „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“ zu einem Fach- und Forderungstag nach Magdeburg ein, um zu unterstreichen, dass nachhaltige Schulsozialarbeit und die unterstützenden Netzwerkstrukturen alternativlos sind. Dabei sollte durch die Veranstaltung nicht nur die Rolle und Bedeutung von Schulsozialarbeit aufgezeigt werden. Es ging vor allem auch um die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen und um individuelle Unterstützungsmöglichkeiten. Und es ging um den Dialog, insbesondere mit der Landespolitik, der für eine Verstetigung der Schulsozialarbeit und der unterstützenden Netzwerkstrukturen die entscheidende Rolle zukommt.

Viele Perspektiven, eine Meinung
Über 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Schulsozialarbeit, Schule, freier und öffentlicher Jugendhilfe, Medien sowie Politik nahmen Schulsozialarbeit und die Belange von Kindern und Jugendlichen aus ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern in den Blick. Ob an Thementischen zu Schulabsentismus, Suchtprävention oder Elternarbeit. Ob im Einzelgespräch oder in der Podiumsdiskussion, eines wurde augenfällig: trotz vieler verschiedener Perspektiven besteht grundlegende Einigkeit hinsichtlich der Wirksamkeit und Bedeutung von Schulsozialarbeit. Weiterhin wurden im Fortlauf der Veranstaltung wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse des Programmes Schulerfolg sichern vorgestellt. Die Fokusevalution von Ramboll Management Consulting sieht Schulerfolg sichern als „leistungsfähiges, lernendes Programm [..] mit dem Schulen dabei unterstützt werden, Schulabbrüche zu vermeiden und den individuellen Bildungserfolg zu verbessern.“ Damit untermauerte die Studie die zahlreichen positiven Erfahrungsberichte, die der Schulleiter eines Gymnasiums so auf den Punkt brachte: „Schulsozialarbeit ist ein Juwel.“

Optimismus mit Fragezeichen
Während niemand den gesellschaftlichen Wert von Schulsozialarbeit in Frage stellte, ergaben sich hinsichtlich der finanziellen Werte unterschiedliche Positionen. In der Diskussion mit der Landespolitik sprach Bildungsminister Marco Tullner von der Absicherung des status quo und bekräftigte sein Bestreben, intensiv zu prüfen, inwiefern die Zahl der Schulsozialarbeitsstellen ausgebaut werden kann. Angela Gorr (CDU) unterstrich diese Position, wonach die notwendigen Gelder bis 2021 gesichert seien und die Fachpolitiker und -politikerinnen fest hinter der Schulsozialarbeit stünden.

Wie und in welchem Umfang sich eine Fortführung über 2021 hinaus gestaltet, konnte nicht abschließend geklärt werden. So würde eine etwaige Finanzierung über weitere ESF-Mittel bedeuten, dass Arbeitsverträge wiederum nur befristet geschlossen werden könnten. Ein Umstand, den Eva Gerth (GEW Sachsen-Anhalt) monierte und sich für mehr Verlässlichkeit und Langfristigkeit aussprach, denn sehr viele engagierte Fachkräfte und gleichsam gelingende Bildungsbiografien sind von diesen Entscheidungen abhängig. Alle Entscheidungs- und Handlungsträger sind jedoch gewillt, bestmögliche Bildungschancen für Kinder und Jugendliche im Lande zu erreichen, denn wie Thomas Lippmann (Die Linke) feststellte: „Jede Schule, die Erfahrungen mit Schulsozialarbeit macht, hält sie für unverzichtbar.“

Ein Medienbericht zum Fach- und Forderungstag ist hier abrufbar (ab Minute 12:00). 

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis gibt es hier.