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#hingucker – Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona

Illustration einer Fotografin

Bild: DKJS/Sandra Bach

Mandy Schneider (AWO Kreisverband Mansfeld Südharz e.V.) setzt bei Einzel- und Gruppenangeboten auf tierische Unterstützung

Die Corona-Pandemie hat im Umfeld Schule zur Entstehung vieler Ideen und Formate geführt, um Kontakt zu Schülerinnen und Schülern zu halten. Manche finden mit neuen digitalen Werkzeugen statt, manche auf neuen Kommunikationskanälen und manche auch mit tierischer Unterstützung. So etwa in Eisleben, wo Mandy Schneider (AWO Kreisverband Mansfeld Südharz e.V.) an der Grundschule am Schloßplatz auf die Hilfe ihrer Labradorhündin Nala vertraut. Mandy Schneider berichtet, wie es möglich ist, Kinder auch in Zeiten sozialer Distanz zu erreichen, sie zum Lesen/Lernen zu motivieren und auch für Spaziergänge zu begeistern.

Anfangs geht es Mandy Schneider wie vielen Schulsozialarbeitenden im Land. „Durch die Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie veränderte sich meine Arbeit, insbesondere aber die Kommunikationswege bzw. -kanäle. Kontaktaufnahme zu Sorgeberechtigten, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Netzwerkpartnerinnen und -partnern wurde jetzt per Telefon, WhatsApp-Videoanruf und Skype vollzogen.“

Gibt es an dieser Stelle noch andere Wege, um weiterhin arbeitsfähig und trotz allem Ansprechperson für die Kinder zu bleiben? Mandy Schneider sucht den Austausch mit dem Kollegium aus der Schulsozialarbeit und hat eine Idee. „Ich erstellte einen Facebook Account ‚Schulsozialarbeit GS Schloßplatz Eisleben‘. Sinn des Accounts war es, meinen Schülerinnen und Schülern sowie deren Sorgeberechtigten zu signalisieren, dass ich für sie als ihre Schulsozialarbeiterin weiterhin Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen bin.“  Der Account weckt Aufmerksamkeit. Es gibt Anfragen zu Telefonaten, vor allem per Videotelefonie. „Ich bekam zum Teil eigeninitiativ Anfragen von Sorgeberechtigten sowie Schülerinnen und Schülern.“ Daneben gibt es aber auch Fälle, in denen Lehrkräfte um Unterstützung bitten, etwa bei Nichterreichbarkeit der Familien.

Neue Einblicke, neue Ideen
Die verschiedenen Rückmeldungen geben Einblick in die jeweiligen Lebenssituationen. „Ich konnte vermehrt feststellen, dass den Familien und Kindern die Isolation zu schaffen macht und dass die Kinder sich wünschen, wieder gemeinsam in Schule mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften lernen zu dürfen.“
Bei den Sorgeberechtigten dagegen besteht die Herausforderung darin, der eigenen Arbeit (Home-Office) und den Ansprüchen des gemeinsamen Lernens mit ihren Kindern gerecht zu werden. „Vereinzelte Sorgeberechtigte beschrieben, dass es ihnen schwerfällt, nach 3-4 Wochen die Kinder noch zum Lernen zu motivieren aufgrund der neuen Lebensumstände und der Isolation.“

Mandy Schneider hinterfragt, wie sie angesichts der beschriebenen Schwierigkeiten unterstützend wirksam werden kann. „Ich überlegte mir, wie ich vielleicht unseren Schülerinnen und Schülern ein Angebot machen könnte, welches die bisherigen Angebote der Lehrkräfte ergänzt und weiterhin Anreize zum Lernen schafft. Und dann kam mir der Gedanke, unsere ‚Lesestunde mit Nala‘, die normalerweise in den Unterricht integriert ist bzw. als Einzel- und Gruppenangebot während der Schulzeit stattfindet, per Videotelefonie anzubieten.“ Dabei sollte nicht nur die Anwesenheit des Vierbeiners im Video-Chat, sondern auch ein weiterer Anreiz in Form einer Belohnung die Kinder motivieren. So erhalten die Kinder, für jedes „Nala-Lesetelefonat“ einen Nala-Stempel und nach 15 gesammelten Stempeln steht ein exklusiver Spaziergang mit der Schulsozialarbeiterin und Hündin Nala in Aussicht. Die Idee kommt gut an, wie Mandy Schneider berichtet. „Das Angebot wurde sehr gut angenommen und steigerte bei einigen Schülerinnen und Schülern die Lust aufs Lesen.“

Aufsuchende Schulsozialarbeit
Mit den entstandenen Formaten sieht sich Mandy Schneider auf dem richtigen Weg und eine neue Schulsozialarbeit. „Ich glaube, dass unsere derzeitige Situation der Schulsozialarbeit sehr viel Flexibilität abverlangt sowie eine stetige Weiterentwicklung unserer Angebote notwendig macht. Wo bisher die Schulsozialarbeit an Schule verortet war, wird es unter diesen Umständen zum Teil eine aufsuchende und digitale Schulsozialarbeit. Vor allem für die Kinder, die wenig an Schule sein können.“

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